unlust
Die Omnipräsenz der Demütigung in der heutigen Gesellschaft und die Politik der Würde
Submitted by Dorota Tkaczyk on 4 May, 2006 - 01:39.Der Begriff der Demütigung ist der Bedeutungsgruppe Unlust empfinden zuzuordnen und steht auf gleicher Stufe mit Bedrohung, Elend, Kränkung und Leid (vgl. Franz Dornseiff, Der deutsche Wortschatz, 2004). Auch die Synonyme für Demütigung, wie z.B. Entwürdigung, Herabsetzung, Missachtung oder Verachtung, sind ähnlich negativ in ihrer Bedeutung, so dass es für einen Außenstehenden schwer verständlich erscheinen mag, dass Demütigung auch freiwillig beinhalten kann, wie bei bestimmten religiösen Praktiken. Und sie kann sogar „einvernehmlich statt finden“, zum Beispiel bei sadomasochistisch-interessierten Menschen, die aus Demütigungen einen Lustgewinn ziehen. Doch im Prinzip ist Demütigung die erzwungene Erniedrigung eines Menschen oder einer Gruppe, ein Prozess der Unterwerfung, der den Stolz, die Ehre, und Würde der Opfer verletzt oder vollständig raubt. Gedemütigt zu werden bedeutet, oft in extrem schmerzhafter Weise, in eine Situation gebracht zu werden, die sehr viel „tiefer” angesiedelt ist als es das Opfer erwartet. Der Akt der Demütigung enthält erniedrigendes Verhalten anderen gegenüber, Verhalten welches etablierte Grenzen und Erwartungen überschreitet. Demütigung kann Zwang und Gewalt beinhalten. Im Zentrum steht die Idee des nach unten Drückens und unten Haltens.
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