ned kelly
Nationale Narrative und Globalisierungskritiker in Australien
Submitted by Florian Fleischmann on 23 February, 2007 - 07:40.In diesem Beitrag geht es um die in Australien kanonischen Nationalmythen, die ihrem ursprünglichen Gehalt nach antiautoritär und aufrührerisch sind, Ned Kelly, die Eureka Stockade und andere.[1] Es soll untersucht werden, inwieweit diese Narrative heute noch wie und für wen wirksam sind; mit speziellem Augenmerk auf den Grad des Einflusses, den sie auf heutige politische Aktivisten haben, die alternative Visionen zum australischen politischen und ökonomischen Mainstream vertreten und sich vor allem im Jahr 2000 gegen weitere Angleichung des Landes an die Vorgaben internationaler Wirtschaftsorganisationen wie der Welthandelsorganisation (WTO) gerichtet haben.
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Australische Nationalnarrative: Der Volksheld Ned Kelly
Submitted by Florian Fleischmann on 31 July, 2006 - 12:29.Zur Zeit der Geschehnisse um die Eureka Stockade, 1854/55, wurde in der Nähe von Melbourne Edward Kelly, genannt Ned, geboren. Er war der älteste Sohn einer irischen Einwandererfamilie mit acht Kindern.[1] Mit 14 Jahren, schon bald nach dem Tod seines Vaters, hielt Ned die hungerleidende Familie mit Pferdediebstahl über Wasser. Nachdem er zum ersten Mal in Verdacht gekommen war, sich mit gewalttätigen Gesetzlosen (bushrangers) abzugeben, kam seine ganze Familie in den Blick der Victorian Police Force, was eine über Jahre andauernde Fehde in Gang setzte. Mit 16 kam er zum ersten Mal ins Gefängnis, nachdem er seine Schwester vor den handgreiflichen Avancen eines Lokalpolizisten geschützt hatte. Nach seiner Entlassung begann er zusammen mit seinem Bruder die Herden der lokalen Großgrund- und Viehbesitzer zu bestehlen, was ihn wieder in Konflikt mit dem Gesetz brachte. Nach einem erneuten Zusammenstoß mit dem seiner Schwester nachstellenden Konstabler, bei dem dieser verletzt wurde, begann Kelly zusammen mit seinem Bruder Daniel ein Leben als Geächteter in der Wildnis Australiens. Von 1878 an schafften sie es zwei Jahre lang, sich zusammen mit ihren Kumpanen Thomas Hart und Steve Byrns im Grenzgebiet zwischen Victoria und New South Wales zu verstecken und den sie verfolgenden Autoritäten zu entgehen. Zum Teil angefacht durch das Interesse der Medien in Melbourne wuchs ihre Popularität währenddessen vor allem bei der verarmten Bevölkerung immer stärker an.
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