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  <title>Joachim Korb's blog</title>
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  <updated>2008-02-06T11:40:33+01:00</updated>
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    <title>Linux, Open Source und die Philosophie der Free Software Foundation</title>
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    <published>2007-05-06T08:11:49+02:00</published>
    <updated>2008-02-06T11:35:25+01:00</updated>
    <author>
      <name>Joachim Korb</name>
    </author>
    <category term="Open Source" />
    <category term="Wissen" />
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    <category term="richard stallman" />
    <summary type="html"><![CDATA[<p>Als Linus Torvalds, Student an der Universität in Helsinki, am 25.August 1991 auf der Newsgroup<a href="#_ftn1" name="_ftnref1" title="_ftnref1">[1]</a>  comp.os.minix mit „I’m doing a (free) operating system (just a hobby, won’t be big and professional like gnu) for 386(486) AT clones“<a href="#_ftn2" name="_ftnref2" title="_ftnref2">[2]</a> sein Linux-Projekt zum ersten Mal öffentlich ankündigte, gab er damit nicht nur den Startschuss zur Entwicklung des ersten freien Kernels, auf dem GNU laufen sollte, sondern begann auch das erste große Softwareprojekt, das fast ausschließlich über das Internet koordiniert werden sollte. Anders als Stallman wollte er mit diesem Projekt jedoch nicht die Welt verändern, sondern lediglich ein persönliches Bedürfnis befriedigen und das Ergebnis und die Arbeit daran mit anderen teilen.    ]]></summary>
    <content type="html"><![CDATA[<p>Als Linus Torvalds, Student an der Universität in Helsinki, am 25.August 1991 auf der Newsgroup<a href="#_ftn1" name="_ftnref1" title="_ftnref1">[1]</a>  comp.os.minix mit „I’m doing a (free) operating system (just a hobby, won’t be big and professional like gnu) for 386(486) AT clones“<a href="#_ftn2" name="_ftnref2" title="_ftnref2">[2]</a> sein Linux-Projekt zum ersten Mal öffentlich ankündigte, gab er damit nicht nur den Startschuss zur Entwicklung des ersten freien Kernels, auf dem GNU laufen sollte, sondern begann auch das erste große Softwareprojekt, das fast ausschließlich über das Internet koordiniert werden sollte. Anders als Stallman wollte er mit diesem Projekt jedoch nicht die Welt verändern, sondern lediglich ein persönliches Bedürfnis befriedigen und das Ergebnis und die Arbeit daran mit anderen teilen.<!--break--></p>    <h3>Linux</h3> Torvalds war Student der Informatik und hatte nach einem Unix-ähnlichen System gesucht, das er auf seinem PC laufen lassen konnte. Professionelle Unices<a href="#_ftn3" name="_ftnref3" title="_ftnref3"><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-family: Times"><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-size: 12pt; font-family: Times">[3]</span></span></span></span></a> , so sie überhaupt schon auf x86 Rechner portiert waren, hatten so hohe Lizenzgebühren, dass sie für Studenten nicht erschwinglich waren. Einzige Ausnahme war die von dem Amsterdamer Professor Andrew S. Tannenbaum mit seinem Buch <i>Operating Systems: Design and Implementation</i> mitgelieferte Unix-Variante „Minix“. Minix war von Tannenbaum extra für Studenten geschrieben worden, die damit den Umgang mit Unix lernen und üben sollten. Mit Minix wurde aus diesem Grund zwar der Sourcecode mitgeliefert, aber im Grunde war es trotzdem ein proprietäres System und Tannenbaum, der alleine Regie über die Entwicklung führte, wollte größere Veränderungen nicht zulassen. <span lang="EN-GB">„I was afraid the system code would get hairier and hairier and bigger and bigger, [... i]t wouldn’t run on this minimal hardware, which I wanted for the students, and it would be to hard to explain.“</span><a href="#_ftn4" name="_ftnref4" title="_ftnref4"><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-family: Times"><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-size: 12pt; font-family: Times">[4]</span></span></span></span></a><span lang="EN-GB"> </span><p>&nbsp;</p>  <p class="MsoNormal" style="margin-top: 3pt; text-align: justify">Wie Stallman acht Jahre vorher, begann Torvalds sein Projekt von einem bereits existierenden System (Minix) aus, auf dem er so lange an dem neuen programmierte, bis dieses das erste ersetzen konnte. Im Unterschied zu Stallman war Torvalds jedoch ein Anfänger. Wo sich Stallman schon einen Namen z.B. für seine erste Version des Texteditors emacs gemacht hatte, war Torvalds gerade ein paar Jahre in seinem Studium. Doch dies waren nicht die einzigen Unterschiede. Stallman hatte nach dem alten Muster in kleinem Kreis seine Programme geschrieben und diese erst veröffentlicht, nachdem sie ein Stadium erreicht hatten, in dem sie brauchbar waren. Torvalds hingegen veröffentlichte regelmäßig seinen Sourcecode im Internet und begann früh mit anderen zusammenzuarbeiten.<a href="#_ftn5" name="_ftnref5" title="_ftnref5"><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-family: Times"><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-size: 12pt; font-family: Times">[5]</span></span></span></span></a>  Das Internet machte also eine völlig neue Art der Kooperation möglich, die Stallman gar nicht zur Verfügung gestanden hatte.<a href="#_ftn6" name="_ftnref6" title="_ftnref6"><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-family: Times"><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-size: 12pt; font-family: Times">[6]</span></span></span></span></a>  </p>  <p class="MsoNormal" style="margin-top: 3pt; text-align: justify">Obwohl sowohl Stallman als auch Torvalds jeweils ankündigten ein freies Betriebssystem zu schreiben, war für Torvalds erst einmal nur der Kernel wichtig, denn den Rest des Betriebssystemes gab es schon: GNU war bis auf den Kernel fertig – und nach und nach sollten Teile aus verschiedenen anderen Quellen das System ergänzen. So sprach Torvalds auch in seiner Ankündigung schon von zwei GNU-Ports (portierten Programmen), die er geschrieben hatte – <i>bash</i>, die GNU Shell und <i>gcc</i>, den GNU C-Compiler. <span lang="EN-GB">Schon knapp zwei Monate später schrieb Torvalds wieder an <i>comp.os.minix</i>, wo in der ersten Zeit von Linux die Diskussionen geführt wurden: „To make things clear – yes I can run gcc on it, and bash, and most of the gnu [bin/file]utilities, but it’s not very debugged, and the library is really minimal“ und „it will be free though (probably under gnu-license or similar).“</span><a href="#_ftn7" name="_ftnref7" title="_ftnref7"><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-family: Times"><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-size: 12pt; font-family: Times">[7]</span></span></span></span></a><span lang="EN-GB">  </span></p>  <p class="MsoNormal" style="margin-top: 3pt; text-align: justify">Auf den ersten Blick schien sich hier eine ideale Kombination zu ergeben. Zwei sich ergänzende und freie Systemprojekte, die, je weiter die Entwicklung des Kernels fortschritt, immer enger miteinander kombiniert wurden. Während die Software jedoch gut zusammenpasste, blieben die Ansprüche des Kernel-Projektes, aus Sicht der FSF, hinter denen des GNU-Projekts zurück. War der Hauptgrund des letzteren die Freiheit, die im Bereich der Softwareentwicklung verloren gegangen war, wieder zu gewinnen, so war Torvalds vor allem darauf aus, die Software zum Laufen zu bringen und, als das Projekt wuchs, deren Stabilität und Brauchbarkeit auszubauen. Damit kündigte sich eine neue Interessengemeinschaft an, die sich etwa sieben Jahre später, mit der Gründung der Open Source Initiative und der Einführung von Open Source als Markennamen, von der Freien Software-Bewegung abspalten sollte.<a href="#_ftn8" name="_ftnref8" title="_ftnref8"><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-family: Times"><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-size: 12pt; font-family: Times">[8]</span></span></span></span></a>  </p>  <h3>Erste GNU/Linux-Distributionen</h3>  <p class="MsoNormal" style="margin-top: 3pt; text-align: justify">Weniger als ein Jahr, nachdem Torvalds seine Pläne für ein neues Betriebssystem veröffentlicht hatte, war bereits die erste GNU/Linux-Distribution erhältlich. Torvalds selbst hatte Kopien der beiden Disketten, die zum Installieren des Kernels und des zu ihm gehörenden Filesystems<a href="#_ftn9" name="_ftnref9" title="_ftnref9"><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-family: Times"><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-size: 12pt; font-family: Times">[9]</span></span></span></span></a>  nötig waren, auf einem ftp-Server zur Verfügung gestellt. Diese beiden Disketten wurden bald auf anderen Rechnern im Netz gespiegelt<a href="#_ftn10" name="_ftnref10" title="_ftnref10"><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-family: Times"><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-size: 12pt; font-family: Times">[10]</span></span></span></span></a> . Da Linux unter einer Lizenz veröffentlicht wurde, die das Kopieren und Weiterverteilen erlaubte,<a href="#_ftn11" name="_ftnref11" title="_ftnref11"><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-family: Times"><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-size: 12pt; font-family: Times">[11]</span></span></span></span></a>  war es für jeden möglich Linux auch in Kombination mit anderen Paketen (z.B. den schon portierten GNU-Programmen) zu verteilen. So entstand aus einem der Mirror eine erste Distribution. Das Manchester Computing Center (MCC) brachte, basierend auf dem Kernel mit der Versionsnummer 0.12<a href="#_ftn12" name="_ftnref12" title="_ftnref12"><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-family: Times"><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-size: 12pt; font-family: Times">[12]</span></span></span></span></a>  vom Februar 1992, die MCC Interim Distribution heraus, die es Anfängern und Unix-Unkundigen erlauben sollte Linux zu installieren. <span lang="EN-GB">In dem dazugehörigen <i>Readme</i>-Text wird der Name wie folgt erklärt: „Our versions are called ,interim‘ because they are not intended to be final or official. </span>They are small, harmonious, and moderately tested.“<a href="#_ftn13" name="_ftnref13" title="_ftnref13"><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-family: Times"><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-size: 12pt; font-family: Times">[13]</span></span></span></span></a>  In diesem Zitat deutet sich schon an, was später eine wichtige Aufgabe beim Erstellen von Distributionen (ähnlich wie beim Programmieren selbst) werden sollte. Sie mussten getestet und von Fehlern befreit (debugged<a href="#_ftn14" name="_ftnref14" title="_ftnref14"><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-family: Times"><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-size: 12pt; font-family: Times">[14]</span></span></span></span></a>  ) werden. Der MCC Interim folgten verschiedene andere Distributionen, unter denen die größte und später von diesen frühen auch bekannteste als „Softlanding Linux Systems“ (SLS) die erste kommerzielle GNU/Linux-Distribution war. </p>  <p class="MsoNormal" style="margin-top: 3pt; text-align: justify">Heute gibt es weit über 100 verschiedene Distributionen. Die „Linux Distribution List“<a href="#_ftn15" name="_ftnref15" title="_ftnref15"><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-family: Times"><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-size: 12pt; font-family: Times">[15]</span></span></span></span></a>  (ldl) führte am 11. November 2001 183 Distributionen, von denen allein 66 in die Kategorie „Full-sized Distribution“ fielen.</p>  <h3>Von Free Software zu Open Source</h3>  <p class="MsoNormal" style="margin-top: 3pt; text-align: justify">Im Zusammenhang mit dem Linux-Projekt und anderen Projekten, die ähnlich wie dieses über das Internet koordiniert wurden, hatte sich also eine neue Art von Gemeinschaft zusammengefunden. Diese war über die Welt verteilt und so wurde das Internet eine wichtige Voraussetzung für ihre Arbeit. Das Internet selbst besteht, wenn man die Software betrachtet, in seinen wichtigsten Funktionen aus Freier Software und so war es nur logisch, dass andere Projekte, besonders solche, die mit Internetprogrammen zu tun hatten, auch über das Internet koordiniert wurden.<a href="#_ftn16" name="_ftnref16" title="_ftnref16"><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-family: Times"><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-size: 12pt; font-family: Times">[16]</span></span></span></span></a> </p>  <p class="MsoNormal" style="margin-top: 3pt; text-align: justify">Im Folgenden wird versucht nachzuvollziehen, wie sich solche Projekte gründeten, wie sie zu einem neuen Selbstverständnis kamen und wie unterschiedliche Interessen innerhalb der Freien Software-Gemeinschaft zur Spaltung in die Freie Software- und die Open Source-Bewegung führten. Dazu sollen insbesondere die Geschichte des Debian-Projektes und die Ausführungen Eric Raymonds, einem der Vordenker der Open Source-Bewegung, betrachtet werden.</p>  <h4>Debian-Projekt</h4>  <p class="MsoNormal" style="margin-top: 3pt; text-align: justify">Das am 16. August 1993 offiziell von Ian Murdock gegründete Debian-Projekt<a href="#_ftn17" name="_ftnref17" title="_ftnref17"><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-family: Times"><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-size: 12pt; font-family: Times">[17]</span></span></span></span></a>  gibt bis heute die einzige wichtige GNU/Linux-Distribution heraus, die wie die Softwareprojekte ausschließlich über das Internet erstellt werden. Murdock war über die Qualität der zu dieser Zeit erhältlichen kommerziellen Distributionen verärgert, deren größtes Problem es war mit den schnellen Veränderungen in der Entwicklung der Softwarepakete Schritt zu halten. Um dies für die Debian-Distribution zu verhindern, entschloss sich Murdock die Zusammenstellung der Debian-Pakete mit möglichst vielen Interessenten zu teilen. Einzelne Pakete und Paketgruppen sollten von kleineren Arbeitsgemeinschaften gepflegt werden, die sich für diese verantwortlich fühlten. Damit wollte Murdock den Problemen entgehen, die isolierte kleinere Gruppen oder einzelne Personen bei der Erstellung einer Distribution hatten. Er wollte aber auch der Verkommerzialisierung von GNU/Linux entgegentreten, die er für die mangelnde Qualität der bekannten Distribution verantwortlich machte:</p>  <p class="MsoNormal" style="margin: 3pt 25.6pt 0.0001pt; text-align: justify"><span lang="EN-GB">„Many distributions have started out as fairly good systems, but as time passes attention to maintaining the distribution becomes a secondary concern. A case-in-point is the Softlanding Linux System (better known as SLS). It is quite possibly the most bug-ridden and badly maintained Linux distribution available; unfortunately, it is also quite possibly the most popular. It is, without question, the distribution that attracts the most attention from the many commercial ,distributors‘ of Linux that have surfaced to capitalize on the growing popularity of the operating system. </span></p>  <p class="MsoNormal" style="margin: 3pt 25.6pt 0.0001pt; text-align: justify"><span lang="EN-GB">This is a bad combination indeed, as most people who obtain Linux from these ,distributors‘ receive a bug-ridden and badly maintained Linux distribution. As if this wasn’t bad enough, these ,distributors‘ have a disturbing tendency to misleadingly advertise non-functional or extremely unstable ,features‘ of their product. Combine this with the fact that the buyers will, of course, expect the product to live up to its advertisement and the fact that many may believe it to be a commercial operating system (there is also a tendency not to mention that Linux is free nor that it is distributed under the GNU General Public License). To top it all off, these ,distributors‘ are actually making enough money from their effort to justify buying larger advertisements in more magazines; it is the classic example of unacceptable behavior being rewarded by those who simply do not know any better. Clearly something needs to be done to remedy the situation.“</span><a href="#_ftn18" name="_ftnref18" title="_ftnref18"><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-family: Times"><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-size: 12pt; font-family: Times">[18]</span></span></span></span></a><span lang="EN-GB">  </span></p>  <p class="MsoNormal" style="margin-top: 3pt; text-align: justify">Wie bei dem Linux-Projekt war die Geschwindigkeit, mit der die Veränderungen in der Debian-Distribution stattfanden, mit denen, die im Bereich unfreier Software üblich sind, nicht vergleichbar. Allein bis zum Jahresende 1993 erschienen die Versionen 0.01 bis 0.90 der Distribution. Die Version 0.91, vom Februar 1994, hatte bereits ein eigenes Paketsystem, mit dem die einzelnen Pakete auf dem Computer installiert und verwaltet werden konnten. Zu diesem Zeitpunkt arbeiteten bereits „mehrere dutzend Personen“ an dem Projekt mit.<a href="#_ftn19" name="_ftnref19" title="_ftnref19"><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-family: Times"><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-size: 12pt; font-family: Times">[19]</span></span></span></span></a>  Allerdings gab es in dem Jahr, in dem das Projekt von der FSF gesponsort wurde, keine weiteren Veröffentlichungen, weil das Projekt strukturiert werden musste. Außerdem wurde an Debians eigener Software, dem Paketmanager „dpkg“, gearbeitet.</p>  <p class="MsoNormal" style="margin-top: 3pt; text-align: justify">Im April 1996 übernahm Bruce Perens die Führungsrolle im Debian-Projekt. In diesem Jahr überschritt die Zahl der Entwickler im Projekt die einhundert und Debian bestand Ende des Jahres aus mehr als 800 Paketen. Dies war für Perens Anlass, den <i>Debian Social Contract</i> und die zu diesem gehörenden <i>Debian Free Software Guidelines</i> zu schreiben, die 1997 veröffentlicht wurden.<a href="#_ftn20" name="_ftnref20" title="_ftnref20"><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-family: Times"><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-size: 12pt; font-family: Times">[20]</span></span></span></span></a>  Diese sollten einen Rahmen bieten, an dem sich das Projekt messen lassen wollte. Dazu musste sowohl fremde Software, die in die Distribution kommen sollte, als auch Software, die vom Projekt geschrieben wurde, Freie Software sein. Außerdem mussten alle Veränderungen und Fehlerreporte in einer öffentlichen Datenbank zugänglich gemacht werden. Die <i>Free Software Guidelines</i>, die als fester Bestandteil des <i>Contract</i>s gedacht sind, sollten festlegen, was im Zusammenhang mit diesem unter „Freier Software“ zu verstehen ist.</p>  <p class="MsoNormal" style="margin-top: 3pt; text-align: justify"><span lang="EN-GB">Mit Punkt 5 des <i>Social Contract</i>s scheint sich Perens von Murdocks Vorstellungen zu entfernen: „We [the Debian developers] acknowledge that some of our users require the use of programs that don’t conform to the Debian Free Software Guidelines. [...] Thus, although non-free software isn’t a part of Debian, we support its use, and we provide infrastructure [...] for non-free software packages.“</span><a href="#_ftn21" name="_ftnref21" title="_ftnref21"><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-family: Times"><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-size: 12pt; font-family: Times">[21]</span></span></span></span></a><span lang="EN-GB">  </span>Zusätzlich wurden sogar zwei neue Verzeichnisse – „contrib“ und „non-free“ – eingerichtet, in denen unfreie Software zur Verfügung gestellt wurde.</p>  <p class="MsoNormal" style="margin-top: 3pt; text-align: justify">Auch die <i>Debian Free Software Guidelines</i> wichen von den Vorstellungen zumindest der FSF ab. Obwohl sie sich offensichtlich an der <i>Free Software Definition</i> orientierten, wurde das, was bei Stallman noch Mindestforderungen waren, in den <i>Guidelines</i> zu kompletten Definitionen. Denn anders als für Stallman war es für Perens nicht wichtig, ob eine Lizenz zuließ, dass die Software irgendwann proprietär werden könnte. Interessant war lediglich, ob Software, die in die Distribution aufgenommen werden sollte, frei war oder nicht. <span lang="EN-GB">Auch wurden Zugeständnisse an die Autoren der Software gemacht: „The license must explicitly permit distribution of software built from modified source code“, aber „[... it] may require derived works to carry a different name or version number from the original software.“</span><a href="#_ftn22" name="_ftnref22" title="_ftnref22"><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-family: Times"><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-size: 12pt; font-family: Times">[22]</span></span></span></span></a><span lang="EN-GB">  </span>Im Gegensatz zu Stallman, dessen alleiniges Augenmerk auf die Freiheit der Nutzer gerichtet war, musste sich Perens mit einer großen Gemeinde von Programmierern arrangieren, von denen viele auch an der Erstellung des Dokuments beteiligt waren.</p>  <p class="MsoNormal" style="margin-top: 3pt; text-align: justify">Zusätzlich enthalten die <i>Debian Free Software Guidelines</i> noch zwei Punkte, die es Lizenzen verbieten bestimmte Personengruppen oder Betätigungsfelder von der Nutzung auszuschließen. Dies sollte wohl einer Situation vorbeugen, in der z.B. Kernkraftwerkbetreiber oder Militär von der Nutzung ausgeschlossen werden könnten. Außerdem wurde festgelegt, dass die Lizenzen weder auf die Debian-Distribution beschränkt werden, noch anderen Paketen in der Distribution Beschränkungen auferlegen dürfen.</p>  <h4><i>The Cathedral &amp; the Bazaar</i></h4>  <p class="MsoNormal" style="margin-top: 3pt; text-align: justify">Die Gemeinschaft der Programmierer, die über das Internet miteinander an Freier Software arbeitete, wuchs also ständig. Allein am Debian-Projekt waren Mitte 1998 schon rund 400 Personen beteiligt. Da die Ideologie der FSF für viele nicht mehr die Hauptmotivation war, entstand ein Bedürfnis in der Gemeinschaft eine Erklärung dafür zu finden, dass es eine Bewegung gab, die Software produzierte und dann verschenkte. Auch die Organisation so großer freier Projekte war für viele ein Rätsel.</p>  <p class="MsoNormal" style="margin-top: 3pt; text-align: justify">Eine Antwort auf diese Fragen gab Eric Raymond<a href="#_ftn23" name="_ftnref23" title="_ftnref23"><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-family: Times"><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-size: 12pt; font-family: Times">[23]</span></span></span></span></a>  mit seiner zwischen 1997 und 1999 erschienen Textreihe <i>The Cathedral &amp; the Bazaar</i> <i>(CatB</i>), <i>Homesteading the Noosphere</i> (<i>HtN</i>) und <i>The Magic Cauldron</i> (<i>tMC</i>).<a href="#_ftn24" name="_ftnref24" title="_ftnref24"><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-family: Times"><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-size: 12pt; font-family: Times">[24]</span></span></span></span></a>   <i>CatB</i> beschäftigt sich mit der Frage, wie Softwareprojekte über das Internet koordiniert werden. Raymond, der dazu seine eigenen Erfahrungen mit einem Email-orientierten Projekt namens „fetchmail“ und die Linus Torvalds’ mit Linux einbezieht, beschreibt hier den Unterschied zwischen der traditionellen Art kommerzielle Software herzustellen und der neuen Art der offenen Projekte.</p>  <p class="MsoNormal" style="margin-top: 3pt; text-align: justify">Das traditionelle Modell, das er als <b>Kathedralenmodell</b> bezeichnet, beruht auf relativ wenigen Programmierern, die in hierarchisch-strukturierten Gruppen mit engen Managementvorgaben und langen Abständen zwischen den Veröffentlichungen arbeiten. Diesem stellt er das <b>Basarmodell</b> gegenüber, in dem zum Teil weit voneinander entfernt wohnende Personen miteinander kooperieren. Hier wird so oft wie möglich veröffentlicht und jeder kann zum Endprodukt beitragen. Der Vorteil beim Basarmodell ist, so Raymond, dass die Vielzahl der Personen, die die Software in verschiedenen Stadien ihrer Entwicklung bearbeitet und testet, sie sicherer und stabiler macht. Wenn Änderungen und Korrekturen schnell in die Codebasis integriert werden und diese dann wieder veröffentlicht wird, ist das Interesse der Nutzer sich zu beteiligen größer, als dies traditionellerweise der Fall ist. In Firmensoftware bleibt ein Fehler oft monatelang, bevor ein „Patch“<a href="#_ftn25" name="_ftnref25" title="_ftnref25"><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-family: Times"><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-size: 12pt; font-family: Times">[25]</span></span></span></span></a>  auf den Markt kommt.</p>  <p class="MsoNormal" style="margin-top: 3pt; text-align: justify">In <i>CatB</i> kommt Raymond dann auch zu dem Schluss, dass das Basarmodell für viele (und besonders für große) Softwareprojekte die logische Wahl sein sollte. Vor allem wirtschaftlich seien die traditionell arbeitenden Firmen auf dem falschen Weg, weil sie ständig einen großen Stab an Testern beschäftigen müssten, die sie sich sparen könnten, wenn sie einfach ihren Sourcecode veröffentlichten und die Gemeinschaft der Programmierer im Internet an ihren Projekten teilhaben ließen.</p>  <p class="MsoNormal" style="margin-top: 3pt; text-align: justify">Im zweiten Teil der Textreihe<i>,</i> <i>Homesteading the Noosphere</i>, geht Raymond auf die Kultur der Hacker solcher Internet-basierter Projekte ein. Er beschreibt die losen Gruppen, die sowohl die einzelnen Projekte ausmachen, als auch die gesamte Kultur, in der er diese Projekte zu finden glaubt, mit Beispielen aus der Anthropologie. Hierbei zitiert er die Geschenkkultur der Kwakiutl – eines Indianerstammes aus der Gegend des heutigen Vancouver/Kananda – ebenso wie das Recht der Landnahme im „Wilden Westen“. Der Vergleich mit der Landnahme dient als Erklärung dafür, wie Projekte, an denen jeder teilhaben kann, zu einem Führer (häufig wird von „project leaders“ oder auch „project owners“ gesprochen) kommen. Dazu vergleicht er den „Raum“, in dem sich alle hypothetisch möglichen freien Softwareprojekte befinden – den er Noosphere<a href="#_ftn26" name="_ftnref26" title="_ftnref26"><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-family: Times"><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-size: 12pt; font-family: Times">[26]</span></span></span></span></a>  nennt – mit den unbesiedelten Gebieten im früheren Westen der USA. Hier wie dort ist der Besitz durch die Landnahme geregelt. Das bedeutet, dass jemand Besitzer eines Projektes wird, in dem er es öffentlich zu seinem „Eigentum“ erklärt. Dabei gilt natürlich, dass keine weitere Person dieses Recht bereits beanspruchen darf. <span lang="EN-GB">Raymond selbst beschreibt dies wie folgt:</span></p>  <p class="MsoNormal" style="margin: 3pt 25.6pt 0.0001pt; text-align: justify"><span lang="EN-GB">„The ,noosphere‘ of this essay’s title is the territory of ideas, the space of all possible thoughts. What we see implied in hacker ownership customs is a Lockean theory of property rights in one subset of the noosphere, the space of all programs. Hence ,homesteading the noosphere‘, which is what every founder of a new open-source project does.“</span><a href="#_ftn27" name="_ftnref27" title="_ftnref27"><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-family: Times"><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-size: 12pt; font-family: Times">[27]</span></span></span></span></a> <span lang="EN-GB"> </span></p>  <p class="MsoNormal" style="margin-top: 3pt; text-align: justify">Die Geschenkkultur der Kwakiutl ist für Raymond ein Vorbild für seine Beschreibung der Geschenkkultur der Hacker. Bei den Kwakiutl gab es einen Brauch („potlach„ genannt), nach dem ein Gastgeber seine Gäste beschenkte. Der Wert dieser Geschenke – das konnten Lebensmittel, Kleidung oder auch Gebrauchsgegenstände sein – bestimmte die soziale Stellung des Gebenden, so dass es wichtig war möglichst wertvolle Geschenke zu machen. Außerdem hatte der Potlach vermutlich den Sinn des Warenaustausches, denn von den Gästen wurde selbstverständlich erwartet, dass sie, wenn sie in der Position der Gastgeber waren, ebenfalls wertvolle Geschenke machten.</p>  <p class="MsoNormal" style="margin-top: 3pt; text-align: justify">In der Übertragung ist es nun der Beitrag zu einem Freien oder Open Source (s. u.) Software-Projekt, der zum Geschenk gemacht wird. Dabei machen Qualität und Umfang des Beitrages auch seinen Wert aus, der dann wiederum Einfluss auf die Stellung in der Gemeinschaft hat. Raymond meint nun, dass der Wunsch nach Ansehen in der Gemeinschaft wie auch der Spaß am Programmieren die Regeln der „Landnahme“ und der „Geschenkkultur“ in der Hackergemeinschaft verankern, ohne dass eine weitere Instanz nötig wäre diese Regeln durchzusetzen.</p>  <p class="MsoNormal" style="margin-top: 3pt; text-align: justify">Diese beiden Texte, <i>CatB</i> und <i>HtN</i>, waren in der Folgezeit sehr einflussreich. Raymond hatte zum ersten Mal die innere Dynamik offener Softwareprojekte beschrieben und dadurch die Identifikation der Hacker mit der durch seinen Basarstil bestimmten Bewegung ermöglicht.<a href="#_ftn28" name="_ftnref28" title="_ftnref28"><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-family: Times"><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-size: 12pt; font-family: Times">[28]</span></span></span></span></a>  Seitdem sind die Schlagworte „Cathedral“ und „Bazaar“ immer wieder in Diskussionen um die verschiedenen Softwareprojektstile und die Abgrenzung der Hackergemeinschaft von die traditionellen Vorgehensweisen im Softwaregeschäft zu finden.</p>  <p class="MsoNormal" style="margin-top: 3pt; text-align: justify">Der dritte Teil der Textreihe, <i>The Magic Cauldron</i>, ist weit weniger bekannt. Er beschäftigt sich mit den Möglichkeiten offene Softwareprojekte ökonomisch zu nutzen. Hier, wie an vielen Stellen der anderen beiden Texte, zeigt sich deutlich Raymonds Vorstellung, dass Open Source-Software nur dann eine wirkliche Berechtigung habe, wenn sie sich in der freien Marktwirtschaft gegen Software bewähren könne, die im traditionellen Rahmen entstanden ist. </p>  <h4>Gründung der Open Source Initiative</h4>  <p class="MsoNormal" style="margin-top: 3pt; text-align: justify">Raymonds Texte hatten aber auch eine weitergehende Wirkung. Außer, dass sie einen sozialen Fixpunkt für die Internethackergemeinde schufen, sollten sie das Basarmodell für große Softwarefirmen interessant machen. </p>  <p class="MsoNormal" style="margin-top: 3pt; text-align: justify">Im Januar 1998 ging die Firma Netscape mit der Nachricht an die Öffentlichkeit, dass sie den Sourcecode für ihren Internetbrowser veröffentlichen und unter eine „freie“ Lizenz stellen werde. Dieser Schritt, der in der proprietären Softwarewelt bis dahin undenkbar gewesen war, wurde dadurch motiviert, dass der Netscape-Browser den so genannten „Browserkrieg“ gegen Microsofts „Internet Explorer“ zu verlieren schien. Ausschlaggebend für diese Entscheidung Netscapes war Eric Raymonds Artikel <i>CatB</i>.</p>  <p class="MsoNormal" style="margin-top: 3pt; text-align: justify">Um bei der Freien Software-Gemeinde Anklang zu finden, mit deren Hilfe man sich erhoffte wieder konkurrenzfähig zu werden, wurden führende Persönlichkeiten aus deren Reihen um Unterstützung gebeten. Vor allem bei der Erstellung einer passenden Lizenz – die sowohl zeigen musste, dass Netscape es ehrlich meinte und nicht nur die Arbeit möglichst vieler unbezahlter Arbeitkräfte für sich in Anspruch nehmen wollte, als auch die wirtschaftlichen Interessen Netscapes wahren sollte – wurden Linus Torvalds, Eric Raymond und Tim O’Reilly<a href="#_ftn29" name="_ftnref29" title="_ftnref29"><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-family: Times"><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-size: 12pt; font-family: Times">[29]</span></span></span></span></a>   um Hilfe gebeten. Am 31. März 1998 wurde der Sourcecode für den nun freien Teil von Netscape, der „Mozilla“ getauft wurde, unter einer Doppellizenz veröffentlicht. Dabei steht der Code unter der Netscape Public License (NPL) und darf von Netscape unter dieser Lizenz in seine kommerziellen (unfreien) Produkte integriert werden. Alle Neuerungen stehen jedoch unter der Mozilla Public License (MPL oder MozPL), die von der FSF als „frei“ anerkannt wird, und dürfen sogar unter einer anderen zu dieser kompatiblen Lizenz veröffentlicht werden. Diese Art der Lizensierung sollte für andere Firmen zum Vorbild werden.<a href="#_ftn30" name="_ftnref30" title="_ftnref30"><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-family: Times"><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-size: 12pt; font-family: Times">[30]</span></span></span></span></a> </p>  <p class="MsoNormal" style="margin-top: 3pt; text-align: justify">Die Ankündigung der Sourcefreigabe des Netscape-Browsers sowie seine Überzeugung, dass das Basarkonzept in der Softwarewirtschaft Fuß fassen musste, veranlassten Raymond sich mit Gleichgesinnten am 3. <span lang="EN-GB">Februar 1998 zu einer Strategiesitzung zu treffen.</span></p>  <p class="MsoNormal" style="margin: 3pt 25.6pt 0.0001pt; text-align: justify"><span lang="EN-GB">„We realized it was time to dump the confrontational attitude that has been associated with ,free software‘ in the past and sell the idea strictly on the same pragmatic, business-case grounds that motivated Netscape. We brainstormed about tactics and a new label. ,Open source,‘ contributed by Chris Peterson, was the best thing we came up with.“</span><a href="#_ftn31" name="_ftnref31" title="_ftnref31"><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-family: Times"><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-size: 12pt; font-family: Times">[31]</span></span></span></span></a><span lang="EN-GB">  </span></p>  <p class="MsoNormal" style="margin-top: 3pt; text-align: justify">Mit Linus Torvalds und Bruce Perens wurden zwei bekannte Persönlichkeiten der Szene miteinbezogen, die dem Vorhaben durch ihre Unterstützung Anerkennung verschaffen sollten. Bruce Perens ließ „open source“ als Warenzeichen eintragen und schon Ende des Monats wurde die Open Source Initiative gegründet. Dies alles musste relativ schnell gehen, wollte man die Wellen, die Netscapes Ankündigung schlug, ausnutzen, um darauf das neue Warenzeichen und die damit verbundenen Ideen weiterzuverbreiten:</p>  <p class="MsoNormal" style="margin: 3pt 25.6pt 0.0001pt; text-align: justify"><span lang="EN-GB">„We realized that the Netscape announcement had created a precious window of time within which we might finally be able to get the corporate world to listen to what we have to teach about the superiority of an open development process.“</span><a href="#_ftn32" name="_ftnref32" title="_ftnref32"><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-family: Times"><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-size: 12pt; font-family: Times">[32]</span></span></span></span></a><span lang="EN-GB">  </span></p>  <p class="MsoNormal" style="margin-top: 3pt; text-align: justify">Um dem Begriff „open source“ einen Rahmen zu geben wurden die <i>Debian Free Software Guidelines</i> in die <i>Open Source Definition</i> umgeschrieben, wobei alle Debian-spezifischen Referenzen entfernt wurden und der Text dem neuen Vorhaben angepasst wurde. Am 22. November 1998 wurde dann die Gründung der Open Source Initiative (OSI) offiziell bekannt gegeben.<a href="#_ftn33" name="_ftnref33" title="_ftnref33"><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-family: Times"><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-size: 12pt; font-family: Times">[33]</span></span></span></span></a> </p>  <p class="MsoNormal" style="margin-top: 3pt; text-align: justify">Mit dem <i>Announcement</i><a href="#_ftn34" name="_ftnref34" title="_ftnref34"><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-family: Times"><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-size: 12pt; font-family: Times">[34]</span></span></span></span></a>  wurden unter anderem Ian Murdock als Sekretär, Bruce Perens als Schatzmeister und Eric Raymond als Präsident eingeführt und um weitere Mithilfe aus der „hacker community“ gebeten. Letzteres war vor allem deshalb nötig, weil es um diese Neugründung und den damit zusammenhängenden Kurswechsel bereits heftige Meinungsverschiedenheiten gegeben hatte.</p>  <h4><span lang="EN-GB">Open Source versus Free Software</span></h4>  <p class="MsoNormal" style="margin-top: 3pt; text-align: justify">Bereits im Januar des folgenden Jahres distanzierte sich Perens wieder von der OSI und legte sein Schatzmeisteramt nieder. In <i>It’s Time to Talk about Free Software Again</i> beschrieb er einen Nebeneffekt, den die Öffnung der Hackergemeinde auf die Position der FSF hatte:</p>  <p class="MsoNormal" style="margin: 3pt 25.6pt 0.0001pt; text-align: justify"><span lang="EN-GB">„One of the unfortunate things about Open Source is that it overshadowed the Free Software Foundation’s efforts. This was never fair – although some disapprove of Richard Stallman’s rhetoric and disagree with his belief that _all_ [sic! ] software should be free, the Open Source Definition is entirely compatible with the Free Software Foundation’s goals, and a schism between the two groups should never have been allowed to develop. I objected to that schism, but was not able to get the two parties together.“</span><a href="#_ftn35" name="_ftnref35" title="_ftnref35"><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-family: Times"><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-size: 12pt; font-family: Times">[35]</span></span></span></span></a><span lang="EN-GB">  </span></p>  <p class="MsoNormal" style="margin-top: 3pt; text-align: justify">Die Spaltung blieb und vertiefte sich noch durch Stallmans und Raymonds Umgangston.<a href="#_ftn36" name="_ftnref36" title="_ftnref36"><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-family: Times"><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-size: 12pt; font-family: Times">[36]</span></span></span></span></a>  Bald war es fast eine religiöse Frage, ob man Free Software oder Open Source sagte, wobei beide Seiten, zumindest in der ersten Zeit, über die gleiche Software sprachen.</p>  <p class="MsoNormal" style="margin-top: 3pt; text-align: justify">Mit der Einführung der Apple Public Source License (APSL)<a href="#_ftn37" name="_ftnref37" title="_ftnref37"><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-family: Times"><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-size: 12pt; font-family: Times">[37]</span></span></span></span></a> , die von der OSI als eine Open Source-Lizenz zertifiziert wurde, zeigten sich aber deutlich die Unterschiede zwischen den beiden Organisationen. So führt die Lizenz-Seite der FSF<a href="#_ftn38" name="_ftnref38" title="_ftnref38"><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-family: Times"><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-size: 12pt; font-family: Times">[38]</span></span></span></span></a>  die APSL auch nach einigen Veränderungen noch unter den unfreien Lizenzen und in der Begründung dieser steht folgender Kommentar: </p>  <p class="MsoNormal" style="margin: 3pt 25.6pt 0.0001pt; text-align: justify"><span lang="EN-GB">„Overall, I think that Apple’s action is an example of the effects of the year-old ,open source‘ movement: of its plan to appeal to business with the purely materialistic goal of faster development, while putting aside the deeper issues of freedom, community, cooperation, and what kind of society we want to live in.“</span><a href="#_ftn39" name="_ftnref39" title="_ftnref39"><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-family: Times"><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-size: 12pt; font-family: Times">[39]</span></span></span></span></a><span lang="EN-GB">  </span></p>  <p class="MsoNormal" style="margin-top: 3pt; text-align: justify">Hier soll nicht weiter auf die „Free Software oder Open Source“-Diskussion eingegangen werden.<a href="#_ftn40" name="_ftnref40" title="_ftnref40"><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-family: Times"><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-size: 12pt; font-family: Times">[40]</span></span></span></span></a>  Im Großen und Ganzen geht es neben den unterschiedlichen Blickwinkeln auf die Freie Software, die Freiheit auf der einen und die Qualität der Software und die Möglichkeiten der Basarmethode auf der anderen Seite, um persönliche Auseinandersetzungen und quasi-religiöse Sektiererei. Immer wieder werden aus der so oft von beiden Seiten beschworenen Hackergemeinschaft Rufe laut, die besonders Richard Stallman und Eric Raymond auffordern, sich an einen Tisch zu setzen und gemeinsame Sache zu machen.</p>  <p class="MsoNormal" style="margin-top: 3pt; text-align: justify">Wie gering die Differenzen im Vergleich zu den Gemeinsamkeiten sind, zeigt die von Bruce Perens verfasste und von weiteren Sprechern beider Lager (unter anderen Stallman und Raymond) unterzeichnete Antwort auf Attacken von Seiten der Firma Microsoft. Wiederholt hatte es in den letzten Jahren Public-Relations-Angriffe auf die Freie Software- und Open Source-Bewegung gegeben, in denen Microsoft im Rahmen des Anti-Trust-Prozesses gegen die Firma die gesamte Bewegung als größten Konkurrenten ausmachte.</p>  <p class="MsoNormal" style="margin-top: 3pt; text-align: justify">Diese Antwort – die von Open Source-Protagonisten trotz ihres Titels, <i>Free Software Leaders stand Together</i>, unterschrieben wurde – zeigt Perens, wie die beiden Teilgemeinschaften ihre Vorstellungen in wenigen Sätzen gemeinsam darstellen können:</p>  <p class="MsoNormal" style="margin: 3pt 25.6pt 0.0001pt; text-align: justify"><span lang="EN-GB">„Remember that Free refers to liberty, not price. [...T]he business model of Open Source is to reduce the cost of software development and maintenance by distributing it among many collaborators. </span></p>  <p class="MsoNormal" style="margin: 3pt 25.6pt 0.0001pt; text-align: justify"><span lang="EN-GB">The success of the Open Source model arises from copyright holders relaxing their control in exchange for more and better collaboration. Developers allow their software to be freely redistributed and modified, asking only for the same privileges in return. [...] Even companies that have not fully embraced the Open Source model can justify collaboration on Free Software projects for this non-differentiating software, because of the money they will save. And such collaborations are often overwhelmingly successful [...b]ut Free Software is also directly in the user’s interest, because it means that the users control the software they use. When they do business with Open Source vendors, the vendors do not dominate them.“</span><a href="#_ftn41" name="_ftnref41" title="_ftnref41"><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-family: Times"><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-size: 12pt; font-family: Times">[41]</span></span></span></span></a><span lang="EN-GB">  </span></p>  <p class="MsoNormal" style="margin-top: 3pt; text-align: justify">Allerdings steht Perens mit seiner Meinung, dass Free Software und Open Source nur zwei Seiten einer Medaille sind, relativ alleine. Die meisten Köpfe der beiden Richtungen sehen dies entschieden anders und geben sich allem Anschein nach die größte Mühe dies auch so zu belassen.</p>  <p class="MsoNormal" style="margin-top: 3pt; text-align: justify">&nbsp;</p>  <p class="MsoNormal" style="margin-top: 3pt; text-align: justify">Für die Zukunft bleibt abzuwarten, ob sich Bruce Perens Hoffnung auf die Wiedervereinigung der beiden Gruppen in eine gemeinsame Bewegung erfüllen werden, oder ob sich die Bewegung weiter spaltet und es bald eine Free Software und eine Open Source-Bewegung geben wird. Liest man in den einschlägigen Foren, wird klar, dass dies vor allem von den führenden Köpfen dieser Gruppen und von deren Bereitschaft aufeinander zuzugehen abhängen wird. Deutlich ist dabei vor allem, dass in den Diskussionen oft die Eitelkeiten der Einzelnen wichtiger sind als die immer wieder beschworene „Gemeinschaft der Hacker“.</p>  <p class="MsoNormal">&nbsp;</p>  <p class="MsoNormal"><span style="font-family: 'Times New Roman'">*Dieser Text stammt aus der Magisterarbeit „Geschichte der Freien Software“ von Joachim Korb aus dem Jahr 2001. Das Originaldokument ist abrufbar unter: <a href="http://tal.cs.tu-berlin.de/korb/Magister/">http://tal.cs.tu-berlin.de/korb/Magister/</a></span></p>  <p class="MsoNormal">&nbsp;</p>    <div><br clear="all" />  <hr align="left" size="1" width="33%" />  <div id="ftn1">  <p class="MsoNormal"><a href="#_ftnref1" name="_ftn1" title="_ftn1"><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-family: Times"><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-size: 12pt; font-family: Times">[1]</span></span></span></span></a>Eine Art Schwarzes Brett oder Diskussionsforum im Internet. Newsgroups gibt es zu allen möglichen Themen; diese hier schlüsselt sich wie folgt auf: <i>comp</i> für „Computer betreffend“, <i>os</i> für „Operating Systems“ und <i>minix</i>  für „Minix“ (s.u.). </p>  </div>  <div id="ftn2">  <p class="MsoNormal"><a href="#_ftnref2" name="_ftn2" title="_ftn2"><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-family: Times"><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-size: 12pt; font-family: Times">[2]</span></span></span></span></a>Zitiert nach Torvalds 1992. Die 386- und 486-Prozessoren (die gesamte Reihe wird oft mit x86 bezeichnet) gehören zu den ersten weit verbreiteten PC-Architekturen und sind die Vorgänger der Pentiumreihe (auch 586 usw. genannt) und vergleichbaren Prozessoren. </p>  </div>  <div id="ftn3">  <p class="MsoNormal"><a href="#_ftnref3" name="_ftn3" title="_ftn3"><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-family: Times"><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-size: 12pt; font-family: Times">[3]</span></span></span></span></a>Dies ist eine mögliche Pluralform von Unix, daneben finden sich noch Unixes, Unixen und diverse andere. </p>  </div>  <div id="ftn4">  <p class="MsoNormal"><a href="#_ftnref4" name="_ftn4" title="_ftn4"><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-family: Times"><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-size: 12pt; font-family: Times">[4]</span></span></span></span></a>Zitiert nach Moody 2001. </p>  </div>  <div id="ftn5">  <p class="MsoNormal"><a href="#_ftnref5" name="_ftn5" title="_ftn5"><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-family: Times"><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-size: 12pt; font-family: Times">[5]</span></span></span></span></a>Erst später kam ein System hinzu, das ,stabile‘ und Entwicklerversionen voneinander unterschied. Andererseits werden heute auch die meisten zu GNU gehörenden Projekte so koordiniert, wie dies hier für Linux beschrieben ist. </p>  </div>  <div id="ftn6">  <p class="MsoNormal"><a href="#_ftnref6" name="_ftn6" title="_ftn6"><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-family: Times"><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-size: 12pt; font-family: Times">[6]</span></span></span></span></a>Das ARPANET bot 1983 zwar schon die Möglichkeit, sich mit anderen per Email auszutauschen und von Ferne auf Daten zuzugreifen, aber es war in Umfang und Verbreitung noch weit entfernt von dem, was Torvalds 1991 zur Verfügung stand. Allein die Anzahl der angeschlossenen Institutionen in aller Welt übertraf um ein Vielfaches die Teilnehmer des Vorgängers. </p>  </div>  <div id="ftn7">  <p class="MsoNormal"><a href="#_ftnref7" name="_ftn7" title="_ftn7"><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-family: Times"><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-size: 12pt; font-family: Times">[7]</span></span></span></span></a>Zitiert nach Torvalds 1992. Die eckigen Klammern sind von Torvalds. </p>  </div>  <div id="ftn8">  <p class="MsoNormal"><a href="#_ftnref8" name="_ftn8" title="_ftn8"><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-family: Times"><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-size: 12pt; font-family: Times">[8]</span></span></span></span></a>Eine ausführliche Geschichte zu Linux gibt Glyn Moody in <i>rebel code</i> Moody 2001. </p>  </div>  <div id="ftn9">  <p class="MsoNormal"><a href="#_ftnref9" name="_ftn9" title="_ftn9"><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-family: Times"><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-size: 12pt; font-family: Times">[9]</span></span></span></span></a>Ein Filesystem enthält Informationen darüber, wie die Dateien, die sich auf einem Datenträger (z.B. einer Festplatte oder einer Diskette) befinden, auf diesem verteilt sind. </p>  </div>  <div id="ftn10">  <p class="MsoNormal"><a href="#_ftnref10" name="_ftn10" title="_ftn10"><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-family: Times"><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-size: 12pt; font-family: Times">[10]</span></span></span></span></a>Man spricht von „Mirror“, wenn eine Website ein weiteres Mal unter einer anderen Adresse im Internet zu finden ist. Mirror werden zum Beispiel eingerichtet, um Webangebote, auf die häufig zugegriffen wird, schneller für mehr Besucher zugänglich zu machen. </p>  </div>  <div id="ftn11">  <p class="MsoNormal"><a href="#_ftnref11" name="_ftn11" title="_ftn11"><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-family: Times"><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-size: 12pt; font-family: Times">[11]</span></span></span></span></a>Dies war noch eine eigene Lizenz, die Restriktionen enthielt, die sie für die FSF zu einer unfreien Lizenz machen würde. Später wechselte Torvalds zur GPL. </p>  </div>  <div id="ftn12">  <p class="MsoNormal"><a href="#_ftnref12" name="_ftn12" title="_ftn12"><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-family: Times"><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-size: 12pt; font-family: Times">[12]</span></span></span></span></a>Begonnen hatte die Versionszählung mit 0.01, am 5. Oktober 1991 folgte mit 0.02 die erste ,offizielle‘ Version (0.01 war nicht öffentlich angekündigt worden). Die Versionsnummer 0.12 zeigt an, dass Torvalds zu diesem Zeitpunkt noch viel Verbesserungsbedarf sah. Erst die Versionsnummer 1.0, vom März 1994, sollte anzeigen, dass der Kernel ein verhältnismäßig ,stabiles‘ Stadium erreicht hatte. Allerdings hatte die Zählung große Sprünge. Nach 0.03, die kurz nach 0.02 veröffentlicht wurde, folgte schon 0.10. <span lang="EN-GB">Nach 0.12 ging Torvalds zu 0.95 und begründete: „[...]as the follow-on to 0.12 was getting feature-full enough to deserve a number in the 0.90’s“.Torvalds 1992 </span></p>  </div>  <div id="ftn13">  <p class="MsoNormal"><a href="#_ftnref13" name="_ftn13" title="_ftn13"><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-family: Times"><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-size: 12pt; font-family: Times">[13]</span></span></span></span></a>Zitiert nach Moody 2001, S.8. </p>  </div>  <div id="ftn14">  <p class="MsoNormal"><a href="#_ftnref14" name="_ftn14" title="_ftn14"><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-family: Times"><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-size: 12pt; font-family: Times">[14]</span></span></span></span></a>Fehler in Programmen werden allgemein als „bug“ (die Laus, die Wanze, aber auch die Störung) bezeichnet. „Debugging“ (Software von Fehlern befreien) ist eine der wichtigsten Aufgaben beim Programmieren. </p>  </div>  <div id="ftn15">  <p class="MsoNormal"><a href="#_ftnref15" name="_ftn15" title="_ftn15"><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-family: Times"><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-size: 12pt; font-family: Times">[15]</span></span></span></span></a><span style="font-family: Courier">http://ldl.sourceforge.net/</span> </p>  </div>  <div id="ftn16">  <p class="MsoNormal"><a href="#_ftnref16" name="_ftn16" title="_ftn16"><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-family: Times"><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-size: 12pt; font-family: Times">[16]</span></span></span></span></a>Beispiele dafür sind das <span style="font-variant: small-caps">Domain Name System (DNS)</span>, ein System von Protokollen, das den Adressen im Internet zugrunde liegt, und die <span style="font-variant: small-caps">Berkeley Internet Name Domain</span> (BIND)<span style="font-variant: small-caps">,</span> die diese Protokolle umsetzt. Aber auch Programme, wie <span style="font-variant: small-caps">Apache</span>  (ein Webserver) und viele Protokolle und Programme, die mit dem Empfang und dem Senden von Emails zu tun haben. </p>  </div>  <div id="ftn17">  <p class="MsoNormal"><a href="#_ftnref17" name="_ftn17" title="_ftn17"><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-family: Times"><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-size: 12pt; font-family: Times">[17]</span></span></span></span></a>Der Name ergibt sich aus der Kombination von Murdocks eigenem Vornamen und dem seiner Frau Debra. Vgl. Debian 2001a, Kapitel 5. </p>  </div>  <div id="ftn18">  <p class="MsoNormal"><a href="#_ftnref18" name="_ftn18" title="_ftn18"><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-family: Times"><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-size: 12pt; font-family: Times">[18]</span></span></span></span></a>Murdock in seinem <i>Debian Manifesto</i> von 1994 Debian 2001a, Kapitel1.2. Später hat er die etwas harten Worte gegen SLS bedauert, weil Peter MacDonald, der diese Distribution ins Leben gerufen hatte, als Einzelperson gar nicht in der Lage war sie auf dem neuesten Stand zu halten. Vgl. Moody 2001, S.88 ff.</p>  </div>  <div id="ftn19">  <p class="MsoNormal"><a href="#_ftnref19" name="_ftn19" title="_ftn19"><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-family: Times"><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-size: 12pt; font-family: Times">[19]</span></span></span></span></a>Vgl. Debian 2001a, Kapitel 3. </p>  </div>  <div id="ftn20">  <p class="MsoNormal"><a href="#_ftnref20" name="_ftn20" title="_ftn20"><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-family: Times"><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-size: 12pt; font-family: Times">[20]</span></span></span></span></a>Vgl. Debian 2001b. Die <i>Debian Free Software Guidelines</i>, die ein Teil des <i>Contracts</i>  sind, sollten später, mit leichten Veränderungen, zur <i>Open Source Definition</i> Open Source Initiative 2001b werden. </p>  </div>  <div id="ftn21">  <p class="MsoNormal"><a href="#_ftnref21" name="_ftn21" title="_ftn21"><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-family: Times"><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-size: 12pt; font-family: Times">[21]</span></span></span></span></a> Debian 2001b, Punkt 5 </p>  </div>  <div id="ftn22">  <p class="MsoNormal"><a href="#_ftnref22" name="_ftn22" title="_ftn22"><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-family: Times"><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-size: 12pt; font-family: Times">[22]</span></span></span></span></a> Debian 2001b, DFSG Punkt 4 </p>  </div>  <div id="ftn23">  <p class="MsoNormal"><a href="#_ftnref23" name="_ftn23" title="_ftn23"><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-family: Times"><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-size: 12pt; font-family: Times">[23]</span></span></span></span></a>Raymond ist Leiter oder Mitglied verschiedener Freier Software-Projekte. Außerdem wird er häufig als Historiker und Vordenker der Hackergemeinschaft gesehen. </p>  </div>  <div id="ftn24">  <p class="MsoNormal"><a href="#_ftnref24" name="_ftn24" title="_ftn24"><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-family: Times"><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-size: 12pt; font-family: Times">[24]</span></span></span></span></a>Das Buch Raymond 1999 ist aus insgesamt fünf zuvor im Internet bzw. in Di Bona 1999 veröffentlichten Artikel zusammengestellt. Die beiden anderen, <i>A Brief History of Hackerdom</i> und <i>The Revenge of the Hackers</i>, beschäftigen sich mit der Geschichte der Hacker, wie sie auch in Levy 1984 beschrieben wird, bzw. mit den Veränderungen in der Hackerkultur, die sich durch die Möglichkeiten des Internets und der Freien Software ergeben haben. Diese Artikel sind, glaubt man Raymonds Erklärung, nach demselben Muster entstanden, das er in <i>CatB</i> beschreibt. (Die Abkürzungen der Titel stammen von Raymond selbst, werden aber auch an anderen Stellen benutzt.)</p>  <p class="MsoNormal" style="text-align: justify">Ab Anfang 1998 sind übrigens alle Textstellen, in denen bis dahin von „free software“ die Rede war, durch „open source“ ersetzt worden. </p>  </div>  <div id="ftn25">  <p class="MsoNormal"><a href="#_ftnref25" name="_ftn25" title="_ftn25"><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-family: Times"><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-size: 12pt; font-family: Times">[25]</span></span></span></span></a>Als Patches (Flicken) werden Codestücke bezeichnet, die Fehler in der Originalsoftware beheben sollen. </p>  </div>  <div id="ftn26">  <p class="MsoNormal"><a href="#_ftnref26" name="_ftn26" title="_ftn26"><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-family: Times"><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-size: 12pt; font-family: Times">[26]</span></span></span></span></a>Nach dem griechischen Wort ,noos‘, das Gedanke oder Idee bedeutet. </p>  </div>  <div id="ftn27">  <p class="MsoNormal"><a href="#_ftnref27" name="_ftn27" title="_ftn27"><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-family: Times"><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-size: 12pt; font-family: Times">[27]</span></span></span></span></a>Raymond 1999, S. 94f</p>  </div>  <div id="ftn28">  <p class="MsoNormal"><a href="#_ftnref28" name="_ftn28" title="_ftn28"><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-family: Times"><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-size: 12pt; font-family: Times">[28]</span></span></span></span></a>Abgesehen von diesem Effekt, den Raymonds Texte unbestreitbar hatten, sind seine Ausführungen immer wieder, an einzelnen Punkten oder als Gesamtbild, kritisiert worden. Zum Teil ist diese Kritik in die Texte, an denen er bis ins Jahr 2000 noch Veränderungen vorgenommen hat, eingeflossen. Andere Kritik, besonders solche, die seinen anthropologischen Ansatz oder seine Charakterisierung der offenen Projekte als „Basar“ als unpassend oder zumindest unzureichend bemängeln, tut er mit zum Teil recht harschen Antworten ab. </p>  </div>  <div id="ftn29">  <p class="MsoNormal"><a href="#_ftnref29" name="_ftn29" title="_ftn29"><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-family: Times"><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-size: 12pt; font-family: Times">[29]</span></span></span></span></a>Verleger beim O’Reilly Verlag. Der Verlag ist seit langem für sein Engagement im Open Source- (und vorher Freie Software-) Bereich bekannt. </p>  </div>  <div id="ftn30">  <p class="MsoNormal"><a href="#_ftnref30" name="_ftn30" title="_ftn30"><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-family: Times"><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-size: 12pt; font-family: Times">[30]</span></span></span></span></a>Mehr zur Geschichte des von Mozilla findet sich in J. Hamerly, T. Paquin und S. Waltons Beitrag <i>Freeing the Source: The Story of Mozilla</i> Di Bona 1999, S.197-206 und im Kapitel <i>Heresis</i> in Young 1999, S.65-91. </p>  </div>  <div id="ftn31">  <p class="MsoNormal"><a href="#_ftnref31" name="_ftn31" title="_ftn31"><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-family: Times"><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-size: 12pt; font-family: Times">[31]</span></span></span></span></a> <span lang="EN-GB">Open Source Initiative 2001a </span></p>  </div>  <div id="ftn32">  <p class="MsoNormal"><a href="#_ftnref32" name="_ftn32" title="_ftn32"><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-family: Times"><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-size: 12pt; font-family: Times">[32]</span></span></span></span></a> <span lang="EN-GB">Open Source Initiative 2001a </span></p>  </div>  <div id="ftn33">  <p class="MsoNormal"><a href="#_ftnref33" name="_ftn33" title="_ftn33"><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-family: Times"><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-size: 12pt; font-family: Times">[33]</span></span></span></span></a> <span lang="EN-GB">Open Source Initiative 2001c </span></p>  </div>  <div id="ftn34">  <p class="MsoNormal"><a href="#_ftnref34" name="_ftn34" title="_ftn34"><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-family: Times"><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-size: 12pt; font-family: Times">[34]</span></span></span></span></a> <span lang="EN-GB">Open Source Initiative 2001c </span></p>  </div>  <div id="ftn35">  <p class="MsoNormal"><a href="#_ftnref35" name="_ftn35" title="_ftn35"><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-family: Times"><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-size: 12pt; font-family: Times">[35]</span></span></span></span></a> <span lang="EN-GB">Perens 1999 </span></p>  </div>  <div id="ftn36">  <p class="MsoNormal"><a href="#_ftnref36" name="_ftn36" title="_ftn36"><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-family: Times"><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-size: 12pt; font-family: Times">[36]</span></span></span></span></a>Diese Auseinandersetzungen fanden öffentlich in verschiedenen Internetforen statt, so dass es inzwischen fast unmöglich ist sie im einzelnen nachzuvollziehen. </p>  </div>  <div id="ftn37">  <p class="MsoNormal"><a href="#_ftnref37" name="_ftn37" title="_ftn37"><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-family: Times"><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-size: 12pt; font-family: Times">[37]</span></span></span></span></a><span style="font-family: Courier">http://www.darwin.org/apsl/</span> </p>  </div>  <div id="ftn38">  <p class="MsoNormal"><a href="#_ftnref38" name="_ftn38" title="_ftn38"><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-family: Times"><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-size: 12pt; font-family: Times">[38]</span></span></span></span></a> <span lang="EN-GB">FSF 2001f </span></p>  </div>  <div id="ftn39">  <p class="MsoNormal"><a href="#_ftnref39" name="_ftn39" title="_ftn39"><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-family: Times"><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-size: 12pt; font-family: Times">[39]</span></span></span></span></a>Der Passus in der APSL, um den es dabei geht, fordert von Firmen, die angepasste Versionen des Darwin-Kernels benutzen, ihren Code der Firma Apple zur Verfügung zu stellen. Solche Regelungen sollten auch nach der <i>Open Source Definition</i> nicht zulässig sein. <span lang="EN-GB">Vgl. Paragraph 7. <i>Distribution of License</i>:</span></p>  <p class="MsoNormal" style="margin: 3pt 51.2pt 0.0001pt; text-align: justify"><span lang="EN-GB">„The rights attached to the program must apply to all to whom the program is redistributed without the need for execution of an additional license by those parties.“ Open Source Initiative 2001b</span></p>  <p class="MsoNormal" style="margin: 3pt 25.6pt 0.0001pt; text-align: justify">Die APSL verlangt zwar keine extra Lizenz, aber der bestimmte Passus fügt zusätzliche Regeln ein, so dass nicht mehr für alle Nutzer die gleichen Rechte gelten. Insofern ist die Kritik wohl berechtigt, auch wenn diese Stelle sich anders interpretieren ließe. </p>  </div>  <div id="ftn40">  <p class="MsoNormal"><a href="#_ftnref40" name="_ftn40" title="_ftn40"><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-family: Times"><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-size: 12pt; font-family: Times">[40]</span></span></span></span></a> Einen Eindruck geben FSF 2001g für die Freie Software- und Eric Raymonds Raymond 1998 für die Open Source-Seite. </p>  </div>  <div id="ftn41">  <p class="MsoNormal"><a href="#_ftnref41" name="_ftn41" title="_ftn41"><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-family: Times"><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-size: 12pt; font-family: Times">[41]</span></span></span></span></a> Perens 2001 </p>  </div></div>    ]]></content>
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    <title>Freie Software als philosophisches Konzept</title>
    <link rel="alternate" type="text/html" href="http://www.perspektive89.com/2007/04/10/freie_software_als_philosophisches_konzept" />
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    <published>2007-04-10T07:47:13+02:00</published>
    <updated>2008-02-06T11:35:54+01:00</updated>
    <author>
      <name>Joachim Korb</name>
    </author>
    <category term="Open Source" />
    <category term="Wissen" />
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    <summary type="html"><![CDATA[<p class="MsoNormal" style="margin-top: 3pt; text-align: justify">Wenn im Zusammenhang mit Software von „Freiheit“ gesprochen wird, bedarf diese Verbindung einer Erklärung, da sich der Inhalt nicht allein durch die Worte erschließt. Besonders im Englischen, wo das Wort „free“ in Verbindung mit Dingen, die normalerweise verkauft werden, sofort die Assoziation des „umsonst“ hervorruft, muss geklärt werden, was „frei“ in diesem Zusammenhang bedeutet.    ]]></summary>
    <content type="html"><![CDATA[<p class="MsoNormal" style="margin-top: 3pt; text-align: justify">Wenn im Zusammenhang mit Software von „Freiheit“ gesprochen wird, bedarf diese Verbindung einer Erklärung, da sich der Inhalt nicht allein durch die Worte erschließt. Besonders im Englischen, wo das Wort „free“ in Verbindung mit Dingen, die normalerweise verkauft werden, sofort die Assoziation des „umsonst“ hervorruft, muss geklärt werden, was „frei“ in diesem Zusammenhang bedeutet. Die Möglichkeit des „umsonst“, die in den Forderungen Stallmans nur potenziell enthalten ist, ist auch einer der wichtigsten Kritikpunkte an dem Konzept an sich und an der Wahl der Bezeichnung „Free Software“.<a href="#_ftn1" name="_ftnref1" title="_ftnref1"><span class="MsoFootnoteReference"><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-size: 12pt; font-family: Times">[1]</span></span></span></a>  Aus diesem Grund ist „think of free speech, not free beer“ ein Standardsatz Stallmans, wenn er seine Vorstellungen erklärt.</p>  <h4>Vier Freiheiten für Freie Software </h4>  <p class="MsoNormal" style="margin-top: 3pt; text-align: justify">Bei vollständigen Erklärungen des Konzepts Freier Software wird die Freiheit immer in vier Grundfreiheiten eingeteilt<a href="#_ftn2" name="_ftnref2" title="_ftnref2"><span class="MsoFootnoteReference"><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-size: 12pt; font-family: Times">[2]</span></span></span></a> :</p>  <h5><span lang="EN-GB">Freiheit Null<a title="BMFreiheitNULL" name="BMFreiheitNULL"></a></span></h5>  <h6><span lang="EN-GB">The freedom to run the program, for any purpose.</span></h6>  <p class="MsoNormal" style="margin-top: 3pt; text-align: justify">Auch wenn es heute Programme gibt, die nicht einmal soviel erlauben<a href="#_ftn3" name="_ftnref3" title="_ftnref3"><span class="MsoFootnoteReference"><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-size: 12pt; font-family: Times">[3]</span></span></span></a> , geht Stallman davon aus, dass diese Freiheit zu jedem Programm gehört oder gehören sollte. Deshalb bekommt diese Freiheit die Zahl Null, um auszusagen, dass – über diese Freiheit zumindest – nicht diskutiert werden müsste. </p>  <h5><span lang="EN-GB">Freiheit Eins<a title="BMFreiheitEINS" name="BMFreiheitEINS"></a></span></h5>  <h6><span lang="EN-GB">The freedom to study how the program works, and adapt it to your needs.</span></h6>  <p class="MsoNormal" style="margin-top: 3pt; text-align: justify">Diese Freiheit wird bei den meisten Programmen schon nicht mehr gewährt. Um von einem Programm lernen oder es verändern zu können, muss der Sourcecode frei erhältlich sein. Das Anpassen an die eigenen Bedürfnisse kann sehr unterschiedliche Formen annehmen. Es könnten einzelne Fehler im Programm ausgebessert, das Programm portiert oder Fehlerausgaben, die das Programm ausgibt, in eine andere Sprache übersetzt werden.<a href="#_ftn4" name="_ftnref4" title="_ftnref4"><span class="MsoFootnoteReference"><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-size: 12pt; font-family: Times">[4]</span></span></span></a>  Natürlich könnten solche Anpassungen auch noch wesentlich weitergehen, so dass das Originalprogramm nur noch in Teilen in dem neuen Programm enthalten ist.<a href="#_ftn5" name="_ftnref5" title="_ftnref5"><span class="MsoFootnoteReference"><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-size: 12pt; font-family: Times">[5]</span></span></span></a> </p>  <p class="MsoNormal" style="margin-top: 3pt; text-align: justify">Bei dieser Freiheit wird deutlich, dass das Programm wie ein Werkzeug verstanden wird. Wenn Einschränkungen, wie sie Software unterliegt, bei Werkzeugen gelten würden, die sie fast jeder zu Hause hat, machten sich die meisten Heimwerker regelmäßig strafbar. Das einfache Öffnen einer Bierflasche mit einem Schraubenzieher oder das Auswechseln eines Stiels bei einem Hammer wären dann schon nicht mehr erlaubt.</p>  <p class="MsoNormal" style="margin-top: 3pt; text-align: justify">Für viele Änderungen, die an Standardsoftware zu machen wären, müsste ein normaler Benutzer professionelle Programmierer um Hilfe bitten bzw. diese beauftragen. Stallman meint aber, dass die meisten Menschen durchaus in der Lage wären so viel von einer Programmiersprache zu lernen, dass sie sich bei kleineren Fehlern in einem Programm selbst helfen könnten. Dabei verweist er auf die vielen Männer, die Mitte des letzten Jahrhunderts gelernt haben Autos zu reparieren.<a href="#_ftn6" name="_ftnref6" title="_ftnref6"><span class="MsoFootnoteReference"><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-size: 12pt; font-family: Times">[6]</span></span></span></a> </p>  <p class="MsoNormal" style="margin-top: 3pt; text-align: justify">Wenn Freiheit Eins fehlt, so Stallman, sind die Benutzer den Firmen ausgeliefert, die ihnen die Software verkaufen. Sie müssen sich mit schlechter oder zumindest schlecht auf ihre Bedürfnisse abgestimmter Software begnügen – was frustrierend ist. Solche Software führt dazu, dass Benutzer Fehler ihres Computers als gegeben hinnehmen und dass dadurch ihre Motivation sinkt.</p>  <h5><span lang="EN-GB">Freiheit Zwei<a title="BMFreiheitZWEI" name="BMFreiheitZWEI"></a></span></h5>  <h6><span lang="EN-GB">The freedom to redistribute copies so you can help your neighbor.</span></h6>  <p class="MsoNormal" style="margin-top: 3pt; text-align: justify">An dieser Freiheit wird wieder Stallmans Sinn für Gemeinschaften offenbar, der hier durch den Begriff des „Nachbarn“ angedeutet wird. Diese Freiheit ist wohl auch die, die bei vielen proprietären Herstellern auf Unverständnis stößt. Wie soll ein Produkt verkauft werden, das einfach so, ohne Bezahlung, weitergegeben werden darf. Besonders schwierig zu erklären ist diese Freiheit unter den heute herrschenden Umständen, wenn hinzukommt, dass für das Weitergeben eines Programmes auch noch Geld genommen werden darf.</p>  <p class="MsoNormal" style="margin-top: 3pt; text-align: justify">Hier stellt sich wieder heraus, wie schwer Software mit unserem normalen Verständnis von materiellem Besitz zu fassen ist. Beim Kauf eines Autos ist es nicht nötig zu erwähnen, dass davon keine Kopien angefertigt werden dürfen. Niemand, außer anderen Autoherstellern, wäre dazu in der Lage. Software lässt sich aber beliebig oft kopieren und das fast ohne materiellen Aufwand. Wie bei anderem digital speicherbaren „Besitz“ hat der ursprüngliche Hersteller keine Kontrollmöglichkeit darüber wie viele Kopien von der Urkopie existieren.</p>  <p class="MsoNormal" style="margin-top: 3pt; text-align: justify">Stallman stellt hier das Recht des Einzelnen seinen Mitmenschen zu helfen, indem er Informationen – denn als solche sieht Stallman die Programme an – weitergibt, über das Recht des Herstellers für jede Kopie seiner Software entlohnt zu werden. Das Teilen von Software sieht er als freundschaftlichen Akt, der ein menschliches Miteinander auszeichnet: „It makes the difference between a livable society and a dog-eat-dog jungle. <span lang="EN-GB">Its importance has been recognized by the world’s major religions for thousands of years, and they explicitly try to encourage this attitude“.</span><a href="#_ftn7" name="_ftnref7" title="_ftnref7"><span class="MsoFootnoteReference"><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-size: 12pt; font-family: Times">[7]</span></span></span></a><span lang="EN-GB"> </span></p>  <p class="MsoNormal" style="margin-top: 3pt; text-align: justify">Diese Freiheit ist wahrscheinlich diejenige, die in der derzeitigen Situation – wo Firmen große Geldsummen aufbringen um zu verhindern, dass ihre Software kopierbar ist – am schwersten durchsetzbar scheint. Gleichzeitig ist sie auch die wichtigste, um zu verstehen, welche Weltsicht hinter dem Konzept der Freien Software steht. Stallman will die Softwarenutzer von der Not befreien gegen ihre „menschlichen Instinkte“ zu handeln, die ihnen vorgeben einander zu helfen. Nur wenn es uns erlaubt ist zu teilen, können wir eine menschenfreundliche Gesellschaft erschaffen. Mit dem Verbot zu teilen und einander zu helfen sieht Stallman die Grundfesten der zivilisierten Gesellschaft bedroht.</p>  <h5><span lang="EN-GB">Freiheit Drei <a title="BMFreiheitDREI" name="BMFreiheitDREI"></a></span></h5>  <h6><span lang="EN-GB">The freedom to improve the program, and release your improvements to the public, so that the whole community benefits.</span></h6>  <p class="MsoNormal" style="margin-top: 3pt; text-align: justify"><span lang="EN-GB"> </span>Eigentlich ist die vierte der Freiheiten die logische Folge der anderen drei, die wiederum nötig sind um diese Freiheit zu gewährleisten: Die Software muss für jeden und zu jedem Zweck einsetzbar sein. Es muss erlaubt sein Änderungen daran vorzunehmen und Kopien weiterzugeben. Selbstverständlich muss der Sourcecode für diese Freiheit zugänglich sein, da nur im Sourcecode die Veränderungen programmiert werden können.<a href="#_ftn8" name="_ftnref8" title="_ftnref8"><span class="MsoFootnoteReference"><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-size: 12pt; font-family: Times">[8]</span></span></span></a> </p>  <p class="MsoNormal" style="margin-top: 3pt; text-align: justify">Vor allem Freiheit drei ist nötig um die Grundlage für eine Hackergemeinschaft im großen Stil zu schaffen. Wenn es erlaubt ist Programme, die viele Menschen nutzen, zu verändern und diese, mit oder ohne die Veränderungen, weiterzugeben, kann wieder ein Austausch von Ideen und Informationen stattfinden, wie Stallman ihn im Rahmen des AI Labs kennengelernt hatte.</p>  <h4>Geistiges Eigentum und Freie Software</h4>  <p class="MsoNormal" style="margin-top: 3pt; text-align: justify">Mit der Erfahrung der derzeit üblichen Geschäftspraktiken als Hintergrund vermittelt das Konzept Freier Software vielleicht vor allem den Eindruck anti-kapitalistisch zu sein. Gerade die Forderung nach freier Weitergabe von Computerprogrammen mutet – besonders im Licht der „Anti-Software-Piraterie“-Kampagnen<a href="#_ftn9" name="_ftnref9" title="_ftnref9"><span class="MsoFootnoteReference"><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-size: 12pt; font-family: Times">[9]</span></span></span></a>  der letzten Jahre – wie eine Attacke gegen einen wichtigen Zweig der Weltwirtschaft an und wird von Gegnern der Freien Software-Bewegung auch gelegentlich so ausgelegt. Stallmans Vorstellungen schließen das Geldverdienen mit Software jedoch ausdrücklich mit ein. Er selbst hatte sich in den ersten Jahren nach Gründung des GNU-Projektes mit dem Verkauf von Software über Wasser gehalten. Wogegen sich Vertreter Freier Software wenden, ist die Praxis, statt Software nur die (zum Teil stark beschränkten) Nutzungsrechte an den Programmen zu verkaufen. </p>  <p class="MsoNormal" style="margin-top: 3pt; text-align: justify">Dem gegenüber steht ein großer Teil der Wirtschaft, die jegliche Art von elektronisch-vervielfältigbarer Information als Geistiges Eigentum<a href="#_ftn10" name="_ftnref10" title="_ftnref10"><span class="MsoFootnoteReference"><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-size: 12pt; font-family: Times">[10]</span></span></span></a>  bezeichnet. In der Argumentation zu diesem Begriff werden vor allem die Vorstellungen zitiert, die zu rechtlichen Regelungen wie dem Patent- und dem Urheberrecht geführt haben. Durch diese sollen Schriftsteller und Maler oder Erfinder und Konstrukteure gefördert werden, damit sie, „zum Wohle der Gesellschaft“ ihrer Tätigkeit nachgehen können. Die Frage, die Stallman und andere in diesem Zusammenhang stellen, ist, ob diese beiden Sicherungsformen für Informationen, die sonst nur durch Geheimhaltung vor ihrer Verbreitung geschützt werden könnten, noch ihre Funktionen erfüllen.</p>  <p class="MsoNormal" style="margin-top: 3pt; text-align: justify">In seiner Gegenargumentation<a href="#_ftn11" name="_ftnref11" title="_ftnref11"><span class="MsoFootnoteReference"><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-size: 12pt; font-family: Times">[11]</span></span></span></a>  weist Stallman darauf hin, dass das Copyright-System als eine Einrichtung zur Förderung des Wissens geplant war.<a href="#_ftn12" name="_ftnref12" title="_ftnref12"><span class="MsoFootnoteReference"><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-size: 12pt; font-family: Times">[12]</span></span></span></a>  Er beschreibt das Copyright als eine Art Abmachung zwischen der Gesellschaft (public) und den Autoren, wobei den Autoren das alleinige Recht Kopien ihrer Werke zu machen zugestanden worden sei. Dies sollte sie anspornen weiter Texte zu produzieren, was wiederum der Gesellschaft zugute käme. Zu einer Zeit, in der es einer Druckerpresse bedurfte einen Text zu kopieren konnte sich die Gesellschaft, so Stallman, dieses Zugeständnis noch leisten.</p>  <p class="MsoNormal" style="margin-top: 3pt; text-align: justify">Inzwischen haben sich die Verhältnisse jedoch geändert. Das Copyright schützt mittlerweile mehr die Interessen der Verleger als die der Gesellschaft oder der Autoren, die in der Regel ihre Rechte an die Verlage abtreten. Außerdem ist es – mit den Möglichkeiten der digitalen Technik – kein Problem mehr Kopien herzustellen. Aus diesem Grund, so Stallman, sei es an der Zeit die Abmachung, die zu Zeiten der Druckerpresse durchaus ihre Berechtigung hatte, auf ihre Richtigkeit im Zeitalter der Computer zu überprüfen.</p>  <p class="MsoNormal" style="margin-top: 3pt; text-align: justify">Es gibt also die Möglichkeit neue Abmachungen zwischen der Gesellschaft und den Produzenten über deren bisher unter das Copyright fallenden Werke zu treffen. Dazu können bestimmte Fragen gestellt werden, zum Beispiel, auf welche Rechte die Gesellschaft überhaupt verzichten will und für wie lange solche Ausnahmeregelungen gelten sollen. Dabei wäre entscheidend, wie viele Publikationen der Öffentlichkeit zur Verfügung stünden und wie viel es ihr andererseits nutzen würde ihre Freiheiten zu behalten.<a href="#_ftn13" name="_ftnref13" title="_ftnref13"><span class="MsoFootnoteReference"><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-size: 12pt; font-family: Times">[13]</span></span></span></a>  </p>  <p class="MsoNormal" style="margin-top: 3pt; text-align: justify"><span lang="EN-GB">Dazu meint Stallman: „copying useful, enlightening or entertaining information for a friend makes the world happier and better off; it benefits the friend, and inherently hurts no one. </span>It is a constructive activity that strengthens social bonds“.<a href="#_ftn14" name="_ftnref14" title="_ftnref14"><span class="MsoFootnoteReference"><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-size: 12pt; font-family: Times">[14]</span></span></span></a>  Anderen Informationen zukommen zu lassen, die ihnen nützlich sind, sie unterhalten oder bilden, ist, neben den sozialen Bindungen, die durch diese Unterstützung gestärkt werden, also das gesellschaftliche Hauptinteresse, das Stallman erfüllt sieht, wenn jemand für einen Freund Kopien anfertigt.</p>  <p class="MsoNormal" style="margin-top: 3pt; text-align: justify">Die Gegenseite sieht dies natürlich völlig anders. Sie sieht ihre wirtschaftlichen Interessen bedroht und spricht von „Diebstahl“ oder auch von „wirtschaftlichem Verlust“. Diese Begriffe sind, so Stallman, irreführend, weil sie nicht die Situation beschreiben, die durch das Anfertigen von Kopien von z.B. Software entsteht.<a href="#_ftn15" name="_ftnref15" title="_ftnref15"><span class="MsoFootnoteReference"><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-size: 12pt; font-family: Times">[15]</span></span></span></a> </p>  <p class="MsoNormal" style="margin-top: 3pt; text-align: justify">Zum einen bringt Stallman das Argument, dass nicht nachzuvollziehen sei, wie viele derjenigen, die eine Kopie erhalten haben, sich das originale Softwarepaket gekauft hätten. Verlustrechnungen, wie sie von großen Softwarekonzernen anhand geschätzter Mengen illegaler Kopien vorgeführt werden, sind also extrem ungenau. Zum anderen führt er an, dass niemandem ein wirklicher Verlust entstanden ist. Wenn, so sein Vergleich zu dieser Situation, in einem Geschäft zum Beispiel ein Laib Brot gestohlen wird, dann fehlt dem Verkäufer anschließend dieser Laib. Er hat einen Verlust erlitten – er muss diesen Verlust wieder ausgleichen. Wenn andererseits jemand irgendwo ein Softwarepaket, das er erstanden hat, kopiert, um es einem Freund weiterzugeben, so merkt der Verkäufer wie der Hersteller des Originals dies nicht – es entstehen ihnen keine Kosten. Das einzige, was entsteht ist – und dies auch nur, wenn der beschenkte Freund andernfalls eine Kopie der Software gekauft hätte – dass Händler und Produzent in diesem einen Fall keine Einnahmen aus dieser Softwarekopie haben.</p>  <p class="MsoNormal" style="margin-top: 3pt; text-align: justify">Der angebliche Verlust entsteht also, nach Stallman, nur aus dem Copyright-System, dass solche Rechnungen möglich macht. Denn wäre dieses wie früher auf die Bedürfnisse der Allgemeinheit ausgerichtet, so gäbe es solche Rechnungen gar nicht. Außerdem könnten die Hersteller der Software diese Rechnung auch nicht aufmachen, wenn die potenziellen Käufer aus einem anderen Grund nicht bei ihnen die Software kauften. Beispielsweise wenn sie stattdessen (etwa durch die Überredung eines Freundes) ein Buch läsen oder Bridge spielten. Stallman unterstreicht, dass das Copyright eben kein „natürliches“ Recht sei, wie dies häufig von Softwareherstellern dargestellt wird, sondern ein veraltetes Konstrukt, das einer bestimmten Situation entsprach.</p>  <p class="MsoNormal" style="margin-top: 3pt; text-align: justify">Ein weiteres Argument, das häufig im Zusammenhang mit durch Copyright geschützten Werken angeführt wird, ist, dass die Autoren eine innere Bindung zu ihren Werken hätten und dass ihnen deshalb besondere Rechte zugesprochen werden müssten. (Auch hier wird diese Verbindung als „natürlich“ bezeichnet, um die „Natürlichkeit“ zu beweisen, die zu der heutigen Rechtsprechung geführt hat.) Da die meisten Programmierer, die diese Verbindung zu ihrem Werk haben müssten, in Firmen arbeiten und ihre Rechte automatisch an diese Firmen abtreten, ist dieses Argument nicht auf die Situation anwendbar. Auch bei Schriftstellern und Musikern sind es zumeist die Verlage und Verkäufer, die den größten Teil der Einnahmen bekommen.</p>  <p class="MsoNormal" style="margin-top: 3pt; text-align: justify"><span lang="EN-GB">Zusammenfassend sagt Stallman:</span></p>  <p class="MsoNormal" style="margin: 3pt 25.6pt 0.0001pt; text-align: justify"><span lang="EN-GB">„Ever since the constitutional decision was made, publishers have tried to reverse it by misinforming the public. They do this by repeating arguments which presuppose that copyright is a natural right of authors (not mentioning that authors always cede it to publishers). People who hear these arguments, unless they have a firm awareness that this presupposition is contrary to the basic premises of our legal system, take for granted that it is the basis of that system.“</span><a href="#_ftn16" name="_ftnref16" title="_ftnref16"><span class="MsoFootnoteReference"><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-size: 12pt; font-family: Times">[16]</span></span></span></a><span lang="EN-GB">  </span></p>  <h3>General Public License und Copyleft</h3>  <p class="MsoNormal" style="margin-top: 3pt; text-align: justify">Der Status Freier Software soll geschützt werden. Aus diesem Grund haben die FSF und das GNU-Projekt eine eigene, auf der Coyright-Gesetzgebung fußende Lizenz – die GNU General Public License (GPL oder GNU GPL). Diese Übertragung des Copyright auf eine Situation, die der sonstigen Anwendung dieses Gesetzes eher entgegen steht, nennt Stallman „Copyleft“<a href="#_ftn17" name="_ftnref17" title="_ftnref17"><span class="MsoFootnoteReference"><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-size: 12pt; font-family: Times">[17]</span></span></span></a> . Beide, die GPL und das Copyleft, sind also gewissermaßen die Umsetzung der vier Freiheiten der Freien Software auf juristischem Gebiet. Im Folgenden sollen das Copyleft und seine Umsetzung, die GPL, kurz beschrieben werden. Dabei wird darauf verzichtet, die oben beschriebenen Konzepte noch einmal im Detail zu wiederholen. Stattdessen soll das Copyleft mit anderen Möglichkeiten verglichen werden, ein Programm „frei“ zu machen.<a href="#_ftn18" name="_ftnref18" title="_ftnref18"><span class="MsoFootnoteReference"><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-size: 12pt; font-family: Times">[18]</span></span></span></a> </p>  <p class="MsoNormal" style="margin-top: 3pt; text-align: justify">Die einfachste Art ein Programm frei zu machen ist es in die „Public Domain“<a href="#_ftn19" name="_ftnref19" title="_ftnref19"><span class="MsoFootnoteReference"><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-size: 12pt; font-family: Times">[19]</span></span></span></a>  zu stellen. Die Autoren solcher Software verzichten auf jeglichen rechtlichen Schutz, sogar darauf als Autor der Software genannt zu werden. Soweit der Sourcecode mitveröffentlicht wird, trifft auf Public Domain-Software jede der vier Freiheiten zu, allerdings gibt es keinen Schutz dafür, dass dies auch so bleibt. Jeder kann sich diese Software schützen lassen, ihren Sourcecode geringfügig ändern und sie somit zu proprietärer Software machen.</p>  <p class="MsoNormal" style="margin-top: 3pt; text-align: justify">Programme, die die BSD-Lizenz<a href="#_ftn20" name="_ftnref20" title="_ftnref20"><span class="MsoFootnoteReference"><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-size: 12pt; font-family: Times">[20]</span></span></span></a>  benutzen, sind ein Beispiel für freie Programme, bei denen nur minimale Rechte gesichert werden. Auch bei diesen gibt es keinen Schutz davor, dass ein Derivat proprietär gemacht wird. Verschiedene unfreie Varianten beweisen dies. Bei diesen ersten beiden Formen gibt es keinen Schutz vor dem Verlust der Software für die Gemeinschaft. Verbesserungen des Softwarepakets gehen sogar für den ursprünglichen Autoren der Software verloren, wenn ein Nachfolger entscheidet, das Produkt mit seinen Verbesserungen unter eine andere Lizenz zu stellen.<a href="#_ftn21" name="_ftnref21" title="_ftnref21"><span class="MsoFootnoteReference"><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-size: 12pt; font-family: Times">[21]</span></span></span></a> </p>  <p class="MsoNormal" style="margin-top: 3pt; text-align: justify">Neben diesen gibt es noch eine Reihe anderer Non-Copyleft-Lizenzen. Am 6. November 2001 fanden sich unter [FSF2001f] 41 „freie“ Lizenzen, von denen viele als „non-copyleft“ eingestuft wurden. Nicht-Copyleft was bedeutet, dass die Software, die diesen Lizenzen unterliegt, zwar frei, aber aus Sicht der FSF nicht genügend geschützt ist.</p>  <p class="MsoNormal" style="margin-top: 3pt; text-align: justify">Lizenzen wie die GPL verhindern nämlich nicht nur, dass die Software proprietär gemacht wird, sondern sorgen auch dafür, dass neue Software, die auf Software mit Copyleft basiert, weiterhin frei bleibt. Dies gilt auch, wenn nur ein kleiner Teil eines neuen Programmes auf ein Programm unter Copyleft-Schutz zurückgeht.</p>  <p class="MsoNormal" style="margin-top: 3pt; text-align: justify">Diese besondere Anforderung an Derivate von Copyleft-Programmen, dass sie unter derselben Lizenz veröffentlicht werden müssen wie das Original, wird der GPL oft vorgehalten. Gegner der FSF sprechen vom viralen Effekt, den die GPL habe und nutzen die Doppeldeutigkeit des Wortes „Virus“ im Zusammenhang mit Computern aus, um gegen Freie Software Stimmung zu machen. Richtig ist jedoch, dass diese Maßnahme auch negative Folgen hat. Von den 41 Lizenzen für Freie Software, die die FSF anerkennt, sind mehr als die Hälfte – nämlich 23 – nicht mit der GPL kompatibel. Das heißt, dass Software, die GPL-geschützt ist, nicht mit Software, die unter einer dieser 23 Lizenzen steht, kombiniert werden darf. Obwohl also beide Programme Freie Software sind, kann kein neues Programm geschrieben werden, das Code aus beiden Programmen verwendet. Die GPL verhindert andererseits nicht, dass ein GPL-geschütztes Programm zum Beispiel auf einem proprietären Betriebssystem läuft, solange es dazu nicht mit diesem verbunden wird.<a href="#_ftn22" name="_ftnref22" title="_ftnref22"><span class="MsoFootnoteReference"><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-size: 12pt; font-family: Times">[22]</span></span></span></a>  Nicht von der Lizenz betroffen sind auch die Ausgaben eines Programmes – selbst wenn diese wieder ein neues Programm ergeben sollten<a href="#_ftn23" name="_ftnref23" title="_ftnref23"><span class="MsoFootnoteReference"><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-size: 12pt; font-family: Times">[23]</span></span></span></a>  – solange sie nicht Teile desselben enthalten.</p>  <p class="MsoNormal" style="margin-top: 3pt; text-align: justify">Zusätzlich zu den Einteilungen „frei – unfrei“ und „copyleft – non-copyleft“ unterscheidet die FSF Softwarelizenzen, die copyleft sind,<a href="#_ftn24" name="_ftnref24" title="_ftnref24"><span class="MsoFootnoteReference"><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-size: 12pt; font-family: Times">[24]</span></span></span></a>  noch in „strong copyleft – not strong copyleft“.<a href="#_ftn25" name="_ftnref25" title="_ftnref25"><span class="MsoFootnoteReference"><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-size: 12pt; font-family: Times">[25]</span></span></span></a>  Neben der GPL, die die beste Möglichkeit bietet das Copyleft durchzusetzen, veröffentlicht die FSF auch noch Software unter einer Lizenz, die „not strong copyleft“ ist – die Lesser General Public License (LGPL). Diese Lizenz, die früher Library GPL hieß, wurde eingeführt, um GNU-Bibliotheken (Libraries)<a href="#_ftn26" name="_ftnref26" title="_ftnref26"><span class="MsoFootnoteReference"><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-size: 12pt; font-family: Times">[26]</span></span></span></a>  auch für unfreie Programme zugänglich zu machen. Dabei darf ein solches Programm zwar auf die Bibliothek zurückgreifen, es bleibt aber weiterhin verboten, diese Bibliothek mit einer unfreien zu kombinieren oder sie in ein unfreies Programm einzubauen. Der Unterschied zwischen GPL und LGPL ist also, dass ein unfreies Programm auf ein LGPL-geschütztes Programm zugreifen darf, auf ein GPL-geschütztes Programm aber nicht.</p>  <p class="MsoNormal" style="margin-top: 3pt; text-align: justify">Ähnlich wie für Programme gibt es die Idee des Copyleft auch für deren Dokumentationen. Die von der FSF benutzte Lizenz heißt GNU Free Documentation License oder FDL. <span lang="EN-GB">Die Erklärung dazu lautet: „The GNU Free Documentation License is a form of copyleft intended for use on a manual, textbook or other document to assure everyone the effective freedom to copy and redistribute it, with or without modifications, either commercially or noncommercially“.</span><a href="#_ftn27" name="_ftnref27" title="_ftnref27"><span class="MsoFootnoteReference"><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-size: 12pt; font-family: Times">[27]</span></span></span></a><span lang="EN-GB">  </span>Die FDL ist also das Pendant der GPL. Auch zu dieser Lizenz gibt es – insgesamt fünf – Alternativen anderer Organisationen, von denen die FSF allerdings zwei nicht als frei anerkennt. </p>  <p class="MsoNormal">&nbsp;</p>  <p class="MsoNormal"><span style="font-family: 'Times New Roman'">*Dieser Text stammt aus der Magisterarbeit „Geschichte der Freien Software“ von Joachim Korb aus dem Jahr 2001. Das Originaldokument ist abrufbar unter: <a href="http://tal.cs.tu-berlin.de/korb/Magister/">http://tal.cs.tu-berlin.de/korb/Magister/</a></span></p>  <p class="MsoNormal">&nbsp;</p>    <div><br clear="all" />  <hr align="left" size="1" width="33%" />  <div id="ftn1">  <p class="MsoNormal"><a href="#_ftnref1" name="_ftn1" title="_ftn1"><span class="MsoFootnoteReference"><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-size: 12pt; font-family: Times">[1]</span></span></span></a>Erstaunlicherweise gibt es im Englischen, das neben „freedom“ auch noch das dem Französischen entlehnte „liberty“ kennt, für das Konzept der „Freiheit“ kein Adjektiv, das dieses eindeutig trägt. „Liberal“ kann sowohl politische als auch quantitative Konnotationen haben, also entweder das deutsche „liberal“ oder auch „viel von etwas“ bedeuten. </p>  </div>  <div id="ftn2">  <p class="MsoNormal"><a href="#_ftnref2" name="_ftn2" title="_ftn2"><span class="MsoFootnoteReference"><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-size: 12pt; font-family: Times">[2]</span></span></span></a>Vgl. Stallman 2001b. </p>  </div>  <div id="ftn3">  <p class="MsoNormal"><a href="#_ftnref3" name="_ftn3" title="_ftn3"><span class="MsoFootnoteReference"><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-size: 12pt; font-family: Times">[3]</span></span></span></a>Z.B. Software, die an bestimmte Geräte gebunden ist. (OEM-Versionen) </p>  </div>  <div id="ftn4">  <p class="MsoNormal"><a href="#_ftnref4" name="_ftn4" title="_ftn4"><span class="MsoFootnoteReference"><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-size: 12pt; font-family: Times">[4]</span></span></span></a>Beispiele aus Stallman 2001c.</p>  </div>  <div id="ftn5">  <p class="MsoNormal"><a href="#_ftnref5" name="_ftn5" title="_ftn5"><span class="MsoFootnoteReference"><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-size: 12pt; font-family: Times">[5]</span></span></span></a>Ähnlich wie die BSD-Version nach und nach aus immer weniger Code des eigentlichen UNIX bestand, obwohl sie anfangs auf diesem aufbaute. </p>  </div>  <div id="ftn6">  <p class="MsoNormal"><a href="#_ftnref6" name="_ftn6" title="_ftn6"><span class="MsoFootnoteReference"><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-size: 12pt; font-family: Times">[6]</span></span></span></a> Siehe Stallman 2001c. </p>  </div>  <div id="ftn7">  <p class="MsoNormal"><a href="#_ftnref7" name="_ftn7" title="_ftn7"><span class="MsoFootnoteReference"><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-size: 12pt; font-family: Times">[7]</span></span></span></a> Stallman 2001c </p>  </div>  <div id="ftn8">  <p class="MsoNormal"><a href="#_ftnref8" name="_ftn8" title="_ftn8"><span class="MsoFootnoteReference"><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-size: 12pt; font-family: Times">[8]</span></span></span></a>Nirgends steht übrigens ausdrücklich die Forderung, dass auch eine Dokumentation zum Programm erhältlich sein muss, obwohl, wie schon im Zusammenhang mit der Sprache COBOL angemerkt, ohne diese Struktur und Arbeitsweise eines größeren Programmes gar nicht mehr nachzuvollziehen sind. </p>  </div>  <div id="ftn9">  <p class="MsoNormal"><a href="#_ftnref9" name="_ftn9" title="_ftn9"><span class="MsoFootnoteReference"><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-size: 12pt; font-family: Times">[9]</span></span></span></a>Der Begriff „Piraterie“, der die Assoziationen von Gewalt und Brutalität in die Diskussion tragen soll, wird eingesetzt, um zu vermitteln, dass das Weitergeben von proprietärer Software mehr ist als der Verstoß gegen geltendes Recht. <span lang="EN-GB">Gegen den Gebrauch solch überfrachteter Worte wendet die FSF ein: „If you don’t believe that illegal copying is just like kidnapping and murder, you might prefer not to use the word ,piracy‘ to describe it. Neutral terms such as ,prohibited copying‘ or ,unauthorized copying‘ are available for use instead. Some of us might even prefer to use a positive term such as ,sharing information with your neighbor‘.“FSF 2001e </span></p>  </div>  <div id="ftn10">  <p class="MsoNormal"><a href="#_ftnref10" name="_ftn10" title="_ftn10"><span class="MsoFootnoteReference"><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-size: 12pt; font-family: Times">[10]</span></span></span></a>Ein weiterer Begriff, der in der <i>Liste der zu vermeidenden Begriffe</i> steht. Da der Begriff so unterschiedliche Dinge wie Musik, literarische und wissenschaftliche Texte, aber auch Software umfassen soll, meinen die Gegner des Begriffes, dass die Diskussion über die rechtliche Einordnung der einzelnen Informationsgattungen unnötig durch den Begriff erschwert wird. Vgl. FSF 2001e, Moglen 1999 und Martin 1998. </p>  </div>  <div id="ftn11">  <p class="MsoNormal"><a href="#_ftnref11" name="_ftn11" title="_ftn11"><span class="MsoFootnoteReference"><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-size: 12pt; font-family: Times">[11]</span></span></span></a>Siehe z.B. Stallman 2001f. </p>  </div>  <div id="ftn12">  <p class="MsoNormal"><a href="#_ftnref12" name="_ftn12" title="_ftn12"><span class="MsoFootnoteReference"><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-size: 12pt; font-family: Times">[12]</span></span></span></a>Diese Argumentation richtet sich vor allem an amerikanischen Verhältnissen aus, sollte aber in ihrer Logik auf Staaten mit ähnlichem politischen Hintergrund übertragbar sein. So ist das deutsche Urheberrecht zwar nur bedingt mit dem amerikanischen Copyright zu vergleichen, aber auch bei uns sollte das Wohl der Gesellschaft, für die dieses Gesetz geschrieben wurde, über dem Recht des Einzelnen stehen. </p>  </div>  <div id="ftn13">  <p class="MsoNormal"><a href="#_ftnref13" name="_ftn13" title="_ftn13"><span class="MsoFootnoteReference"><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-size: 12pt; font-family: Times">[13]</span></span></span></a>Vor kurzem ist das Copyright, das Disney für Mickey Mouse hält, verlängert worden. Es stellt sich dabei die Frage, wem diese Verlängerung nutzt. Wird Disney weiterhin zum Wohle aller Bücher, Kuscheltiere usw. herstellen?  Werden dadurch eventuell andere davon abgehalten bessere, schönere oder auch nur billigere Produkte nicht zu produzieren?  Solche Fragen hätten, überträgt man Stallmans Ansichten, vorher abgewogen werden müssen. </p>  </div>  <div id="ftn14">  <p class="MsoNormal"><a href="#_ftnref14" name="_ftn14" title="_ftn14"><span class="MsoFootnoteReference"><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-size: 12pt; font-family: Times">[14]</span></span></span></a> Stallman 2001f </p>  </div>  <div id="ftn15">  <p class="MsoNormal"><a href="#_ftnref15" name="_ftn15" title="_ftn15"><span class="MsoFootnoteReference"><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-size: 12pt; font-family: Times">[15]</span></span></span></a>Stallman selbst spricht in der Regel nicht von Musik oder Literatur, aber Moglen 1999 und Martin 1998 weiten die Argumentation auf alle Gebiete aus, die mit dem Begriff des geistigen Eigentums abgedeckt werden sollen. Stallmans Ansicht zu Copyright und wissenschaftlichen Veröffentlichungen siehe Stallman 2001g. </p>  </div>  <div id="ftn16">  <p class="MsoNormal"><a href="#_ftnref16" name="_ftn16" title="_ftn16"><span class="MsoFootnoteReference"><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-size: 12pt; font-family: Times">[16]</span></span></span></a> Stallman 2001f </p>  </div>  <div id="ftn17">  <p class="MsoNormal"><a href="#_ftnref17" name="_ftn17" title="_ftn17"><span class="MsoFootnoteReference"><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-size: 12pt; font-family: Times">[17]</span></span></span></a>In einer Fußnote zu [Stallman 2001e] erklärt Stallman die Herkunft des Namens: „In 1984 or 1985, Don Hopkins (a very imaginative fellow) mailed me a letter. <span lang="EN-GB">On the envelope he had written several amusing sayings, including this one: ,Copyleft – all rights reversed.‘ I used the word ,copyleft‘ to name the distribution concept I was developing at the time.“ </span></p>  </div>  <div id="ftn18">  <p class="MsoNormal"><a href="#_ftnref18" name="_ftn18" title="_ftn18"><span class="MsoFootnoteReference"><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-size: 12pt; font-family: Times">[18]</span></span></span></a>Vgl. hierzu FSF 2001a. </p>  </div>  <div id="ftn19">  <p class="MsoNormal"><a href="#_ftnref19" name="_ftn19" title="_ftn19"><span class="MsoFootnoteReference"><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-size: 12pt; font-family: Times">[19]</span></span></span></a>Etwa: Bereich des öffentlichen Besitzes. Hierfür scheint es keine Übertragung zu geben, da auch im Deutschen dieser Begriff gebraucht wird. </p>  </div>  <div id="ftn20">  <p class="MsoNormal"><a href="#_ftnref20" name="_ftn20" title="_ftn20"><span class="MsoFootnoteReference"><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-size: 12pt; font-family: Times">[20]</span></span></span></a>Siehe IBM_BSD. </p>  </div>  <div id="ftn21">  <p class="MsoNormal"><a href="#_ftnref21" name="_ftn21" title="_ftn21"><span class="MsoFootnoteReference"><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-size: 12pt; font-family: Times">[21]</span></span></span></a>Wenn der BSD – AT&amp;T-Prozess beispielsweise nicht durch einen Vergleich, sondern durch eine Entscheidung zugunsten von USL entschieden worden wäre, wären die BSD-Nachfolger ohne eine Basis geblieben, während USL den alten BSD-Code hätte weiter verwenden dürfen. Wobei natürlich in diesem Fall BSD die Verbesserung gewesen war. </p>  </div>  <div id="ftn22">  <p class="MsoNormal"><a href="#_ftnref22" name="_ftn22" title="_ftn22"><span class="MsoFootnoteReference"><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-size: 12pt; font-family: Times">[22]</span></span></span></a>Diese Regelung macht in der Interpretation manchmal Schwierigkeiten. Gemeint ist aber etwa Folgendes: Es entsteht kein Problem, wenn eines der beiden Programme lediglich die Ausgaben (z.B. Daten) des anderen verwendet. Sie dürfen nur nicht aufeinander angewiesen sein. Im Beispiel mit dem Betriebssystem bedeutet dies, dass das GPL-Programm zwar darauf angewiesen ist, dass ihm die normalen Betriebssystemfunktionen zur Verfügung stehen, es aber nicht auf bestimmte Teile eines Systems angewiesen ist. </p>  </div>  <div id="ftn23">  <p class="MsoNormal"><a href="#_ftnref23" name="_ftn23" title="_ftn23"><span class="MsoFootnoteReference"><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-size: 12pt; font-family: Times">[23]</span></span></span></a>Wenn das GPL-Programm z.B. ein Compiler ist, ist die Ausgabe ein neues Binärpaket, das aber keine Teile des Compilers enthält. </p>  </div>  <div id="ftn24">  <p class="MsoNormal"><a href="#_ftnref24" name="_ftn24" title="_ftn24"><span class="MsoFootnoteReference"><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-size: 12pt; font-family: Times">[24]</span></span></span></a>Also den Vorstellungen entsprechen, die unter dem Begriff „copyleft“ zusammengefasst werden. </p>  </div>  <div id="ftn25">  <p class="MsoNormal"><a href="#_ftnref25" name="_ftn25" title="_ftn25"><span class="MsoFootnoteReference"><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-size: 12pt; font-family: Times">[25]</span></span></span></a>Eigentlich sind die Einteilungen noch feiner strukturiert, so gibt es Lizenzen mit dem Vermerk „[...] a simple, permissive non-copyleft free software license [...]“ (z.B. die BSD-Lizenz), aber diese Struktur wird nicht durchgehalten. Manche Lizenzen werden einfach nur in die „frei“-Kategorie eingeteilt und nicht weiter kommentiert. Alle freien Lizenzen werden jedoch noch danach eingeteilt, ob sie mit der GPL-kompatibel sind oder nicht, also, ob der ihnen unterliegende Code mit dem eines GPL-lizensierten Programmes verbunden werden darf oder nicht. </p>  </div>  <div id="ftn26">  <p class="MsoNormal"><a href="#_ftnref26" name="_ftn26" title="_ftn26"><span class="MsoFootnoteReference"><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-size: 12pt; font-family: Times">[26]</span></span></span></a>Zum Beispiel die GNU C-Library. Ähnlich wie Hopper es schon angedacht hatte (vgl. ? Seite HopperSubroutinen), bestehen dese Bibliotheken aus Subroutinen, auf die ein Programm zurückgreifen kann. Also kann, bei diesem Beispiel, ein in C geschriebenes Programm auf Subroutinen der GNU C-Library zurückgreifen. </p>  </div>  <div id="ftn27">  <p class="MsoNormal"><a href="#_ftnref27" name="_ftn27" title="_ftn27"><span class="MsoFootnoteReference"><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-size: 12pt; font-family: Times">[27]</span></span></span></a> FSF 2001b </p>  </div>  </div>    ]]></content>
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    <title>Freie Software: Freiheit, Zusammenarbeit und Gemeinschaft</title>
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    <published>2007-03-19T17:22:56+01:00</published>
    <updated>2008-02-06T11:36:57+01:00</updated>
    <author>
      <name>Joachim Korb</name>
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    <category term="MIT" />
    <category term="Open Source" />
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    <summary type="html"><![CDATA[<p class="MsoNormal" style="margin-top: 3pt; text-align: justify">In diesem Beitrag geht es um Richard Stallmans Vorstellungen von Freiheit in Bezug auf Software und das GNU-Projekt. Die Geschichte der Freien Software und des GNU-Projektes beginnt mit einer Anekdote, die die Veränderungen in der Welt der Software beschreibt.    ]]></summary>
    <content type="html"><![CDATA[<p class="MsoNormal" style="margin-top: 3pt; text-align: justify">In diesem Beitrag geht es um Richard Stallmans Vorstellungen von Freiheit in Bezug auf Software und das GNU-Projekt. Die Geschichte der Freien Software und des GNU-Projektes beginnt mit einer Anekdote, die die Veränderungen in der Welt der Software beschreibt. Mit dieser Anekdote begründet Richard Stallman selbst sein Engagement, weshalb sie häufig dort wiedererzählt wird, wo die Geschichte Freier Software beschrieben wird<a href="#_ftn1" name="_ftnref1" title="_ftnref1"><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-family: Times"><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-size: 12pt; font-family: Times">[1]</span></span></span></span></a> :</p>  <p class="MsoNormal" style="margin-top: 3pt; text-align: justify">Stallman war 1971 an das Artifical Intelligence (AI oder KI für Künstliche Intelligenz) Labor des Massachusetts Institute of Technology (MIT) gekommen. Stallman, der eigentlich Physik in Harvard studierte, hatte schon in der Schulzeit Interesse an Computern gehabt und das AI Lab war mit den damals modernsten Computern ausgestattet. Obwohl er nicht zu den Studierenden am Labor gehörte, wurde ihm gestattet die Computer zu nutzen – zu dieser Zeit war dies nicht so ungewöhnlich, wie es das heute wäre. Am AI Lab gab es damals eine Gemeinschaft von Forschern und Interessierten, die als Hackergemeinschaft von Steven Levy in seinem Buch <i>Hackers</i><a href="#_ftn2" name="_ftnref2" title="_ftnref2"><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-family: Times"><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-size: 12pt; font-family: Times">[2]</span></span></span></span></a>  beschrieben wurde. In diese Gemeinschaft wuchs Stallman hinein und sie sollte ihm später als Vorbild für seine Vorstellung der Freien Software Gemeinschaft dienen.</p>  <p class="MsoNormal" style="margin-top: 3pt; text-align: justify">Für die PDP-10 des Labors hatte die Gemeinschaft ein eigenes Betriebssystem geschrieben, das unter dem Namen „Incompatible Timesharing System“ (ITS)<a href="#_ftn3" name="_ftnref3" title="_ftnref3"><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-family: Times"><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-size: 12pt; font-family: Times">[3]</span></span></span></span></a>  bekannt war. Als Mitglied der Gemeinschaft – und inzwischen Angestellter des AI Labs – hatte Stallman selbst daran mitgeschrieben. Mit den Veränderungen in der Softwarewelt allgemein, wie sie im letzten Kapitel beschrieben wurden, kamen auch Veränderungen für die Nutzergemeinschaft am AI Lab: Den Übergang zur Ära der proprietären Software markiert für Stallman ein Geschenk, das aus seiner Sicht nicht wirklich ein Geschenk war. Die Firma Xerox hatte dem Labor einen der ersten Laserdrucker geschenkt – eine Maschine, die auf einen Fotokopierapparat zurückging und die meisten Drucker der damaligen Zeit an Qualität und vor allem Geschwindigkeit übertraf. Der Drucker stand wie der Computer in einem eigenen Raum und konnte von jedem Arbeitsplatz aus genutzt werden. Das Problem hierbei war, dass der Drucker bei derart intensiver Nutzung häufig Papierstaus hatte, die nicht im System gemeldet wurden. Das Drucken mit diesem Drucker konnte also lästig werden, da ständig jemand nachsehen und die Staus beseitigen musste.</p>  <p class="MsoNormal" style="margin-top: 3pt; text-align: justify">Normalerweise hätte sich bald einer der Programmierer daran gemacht, eine Lösung für dieses Problem zu schaffen. Dieser Drucker hatte aber einen proprietären Treiber, was hieß, dass der Sourcecode nicht zur Verfügung stand. Auch auf Nachfrage beim Hersteller war dieser nicht zu erhalten und, für Stallman noch schlimmer, ein Kollege der Carnegie Mellon Universität, der Zugang zum Sourcecode des Treibers besaß, hatte ein „non-disclosure agreement“ (NDA, Geheimhaltungsvereinbarung) unterzeichnet. Mit diesem NDA hatte er – wie Stallman es ausdrückt – eine Verabredung unterzeichnet, die ihm vorschrieb, dass er sich weigern musste mit „so ziemlich der gesamten Weltbevölkerung zu kooperieren“.<a href="#_ftn4" name="_ftnref4" title="_ftnref4"><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-family: Times"><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-size: 12pt; font-family: Times">[4]</span></span></span></span></a>  </p>  <p class="MsoNormal" style="margin-top: 3pt; text-align: justify">Stallman beschreibt seine Reaktion darauf wie folgt: „I was stunned. <span lang="EN-GB">[...] I was angry, and I had no idea how I could do justice to it. [...] And I thought about it later on, because I realized I was seeing not just an isolated jerk, but a social phenomenon that was important and affected a lot of people. [...] And the lesson it taught me was that non-disclosure agreements have victims. </span>They’re not innocent“.<a href="#_ftn5" name="_ftnref5" title="_ftnref5"><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-family: Times"><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-size: 12pt; font-family: Times">[5]</span></span></span></span></a> </p>  <p class="MsoNormal" style="margin-top: 3pt; text-align: justify">Zwei weitere Erlebnisse sollten Stallman dann zur Gründung des GNU-Projektes führen. In <i>The collapse of the community</i><a href="#_ftn6" name="_ftnref6" title="_ftnref6"><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-family: Times"><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-size: 12pt; font-family: Times">[6]</span></span></span></span></a>  beschrieb er, wie in den frühen 1980er Jahren die von ihm so geschätzte Gemeinschaft langsam zerfiel. Zum einen wurde im Jahr 1981 die Firma Symbolics gegründet, um den im AI Labor entwickelten LISP Rechner<a href="#_ftn7" name="_ftnref7" title="_ftnref7"><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-family: Times"><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-size: 12pt; font-family: Times">[7]</span></span></span></span></a>  zu vermarkten. Mit den Gründern der Firma ging ein großer Teil der Belegschaft des Labors, so dass dieses fast völlig verlassen war. Zum anderen wurde ITS 1982 durch ein proprietäres Betriebssystem ersetzt. Diese Entwicklungen stellten Stallman vor eine Entscheidung, die er als „stark moral choice“ beschreibt, und die zur Gründung sowohl des GNU-Projektes als auch der Free Software Foundation (FSF) führten.</p>  <p class="MsoNormal" style="margin-top: 3pt; text-align: justify">Im Folgenden wird die Gründung des GNU-Projektes und der Foundation nachvollzogen, der Begriff der „Freien Software“, wie er dort gebraucht wird, erklärt und die rechtliche Umsetzung des Begriffes und der mit ihm verbundenen Ideale beschrieben.</p>  <h3>GNU-Projekt und Free Software Foundation</h3>  <p class="MsoNormal" style="margin-top: 3pt; text-align: justify">Stallman musste sich also entscheiden, ob er – wie viele seiner alten Weggefährten – in einer Firma arbeiten wollte, die ihm wahrscheinlich auch ein NDA abverlangen würde. Wollte er dies nicht, so konnte er versuchen Arbeit außerhalb der Softwareproduktion zu finden, was ihm aber wie eine Verschwendung seiner Möglichkeiten vorkam. Beides wäre mit Einschränkungen seiner eigenen Überzeugungen verbunden gewesen und keiner der beiden Wege hätte ihm die verlorengegangene Gemeinschaft, die er in seinen Beschreibungen immer in den Mittelpunkt stellt,<a href="#_ftn8" name="_ftnref8" title="_ftnref8"><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-family: Times"><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-size: 12pt; font-family: Times">[8]</span></span></span></span></a>  wiedergebracht.</p>  <p class="MsoNormal" style="margin-top: 3pt; text-align: justify">Die nächste Frage war also, wie er seine Möglichkeiten einsetzen konnte, um wieder eine Gemeinschaft kooperierender Hacker aufzubauen. Was neben der Gemeinschaft selbst und der Freiheit diese Gemeinschaft aufrechtzuerhalten fehlte, war ein Projekt, wie es dies am AI Lab mit dem ITS gegeben hatte: „what was needed first was an operating system. <span lang="EN-GB">That is the crucial software for starting to use a computer. [...] With a free operating system, we could again have a community of cooperating hackers – and invite anyone to join“.</span><a href="#_ftn9" name="_ftnref9" title="_ftnref9"><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-family: Times"><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-size: 12pt; font-family: Times">[9]</span></span></span></span></a><span lang="EN-GB">  </span>Seine Erfahrungen als Betriebssystementwickler prädestinierten ihn dazu – in seiner Lage und mit seinem Unwillen – ein solches Unternehmen anzufangen: „So I felt, ,I’m elected. <span lang="EN-GB">I have to work on this. If not me, who? ‘ So I decided I would develop a free operating system, or die trying ... of old age, of course“.</span><a href="#_ftn10" name="_ftnref10" title="_ftnref10"><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-family: Times"><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-size: 12pt; font-family: Times">[10]</span></span></span></span></a><span lang="EN-GB"> </span></p>  <p class="MsoNormal" style="margin-top: 3pt; text-align: justify">Die Entscheidung bei dem zu schreibenden freien System dem Design der Unix-Varianten zu folgen scheint im Rückblick logisch.<a href="#_ftn11" name="_ftnref11" title="_ftnref11"><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-family: Times"><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-size: 12pt; font-family: Times">[11]</span></span></span></span></a>  Für ein freies System war es wichtig auf möglichst vielen Computerarchitekturen zu laufen und UNIX hatte sich bereits als extrem portierbar erwiesen. Durch sein Design – viele einzelne Programme, die miteinander über definierte Schnittstellen verbunden sind – konnte das alte System Stück für Stück durch das neue ersetzt werden. Außerdem hatte die DARPA 1980 BSD und UNIX zum Standard der im ARPANET zusammengeschlossenen Rechner gemacht. Das hatte das System noch bekannter gemacht als es vorher schon war.</p>  <p class="MsoNormal" style="margin-top: 3pt; text-align: justify">So logisch war diese Entscheidung für Stallman nicht. Er hatte zu diesem Zeitpunkt noch nicht mit UNIX gearbeitet und war von einigen Eigenschaften des Systems nicht überzeugt. Weshalb er sich trotzdem entschied mit seinem OS zu UNIX-kompatibel<a href="#_ftn12" name="_ftnref12" title="_ftnref12"><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-family: Times"><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-size: 12pt; font-family: Times">[12]</span></span></span></span></a>  zu werden, erklärte er in seinem <i>GNU Manifesto</i>:</p>  <p class="MsoNormal" style="margin: 3pt 25.6pt 0.0001pt; text-align: justify"><span lang="EN-GB">„Unix is not my ideal system, but it is not too bad. The essential features of Unix seem to be good ones, and I think I can fill in what Unix lacks without spoiling them. And a system compatible with Unix would be convenient for many other people to adopt.“</span><a href="#_ftn13" name="_ftnref13" title="_ftnref13"><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-family: Times"><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-size: 12pt; font-family: Times">[13]</span></span></span></span></a><span lang="EN-GB">  </span></p>  <p class="MsoNormal" style="margin-top: 3pt; text-align: justify">Auch hier stand die Gemeinschaft im Vordergrund. Möglichst vielen Nutzern den Wechsel leicht zu machen war Stallman wichtig, deshalb verzichtete er darauf, ein neues System ganz nach seinen Vorstellungen zu schreiben. Es hätte aber auch keinen Sinn gemacht, ein solches Projekt anzufangen und ein System zu schreiben, das niemand benutzen wollte, weil die Umstellung viel zu aufwändig gewesen wäre.</p>  <p class="MsoNormal" style="margin-top: 3pt; text-align: justify">Nachdem die Ausrichtung auf ein Unix-kompatibles System entschieden war, musste ein Name gefunden werden. Stallman wollte dabei in der Tradition der Hacker bleiben, nach der Namen von Programmen in der Regel Wortspiele sind. Oft werden Akronyme benutzt, deren Inhalt ist, dass das benannte Programm nicht ein bestimmter Vorgänger ist.<a href="#_ftn14" name="_ftnref14" title="_ftnref14"><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-family: Times"><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-size: 12pt; font-family: Times">[14]</span></span></span></span></a>  Die Buchstaben I, N und U sollten also für „is not Unix“ stehen. Weil es mit „inu“ aber keine vernünftigen Worte im Englischen gibt, entschied er sich für eine Kontraktion des „is“ und bekam mit dem G das GNU und mit diesem das Tier Gnu als Maskottchen. Ausgesprochen ergibt das Akronym nun „GNU’s Not Unix“. Dadurch wird das Akronym „rekursiv“, dass heißt es verweist auf sich selbst.<a href="#_ftn15" name="_ftnref15" title="_ftnref15"><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-family: Times"><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-size: 12pt; font-family: Times">[15]</span></span></span></span></a> </p>  <p class="MsoNormal" style="margin-top: 3pt; text-align: justify">Am 27. September 1983 veröffentlichte er seine Pläne im ARPANET. Unter der Überschrift „Free Unix! “, die sowohl wie ein Reklamespruch als auch wie eine Aufforderung Unix zu befreien gelesen werden kann, stellte er sich und sein Projekt vor und forderte andere auf ihn zu unterstützen. Er bat Computerhersteller um Sachspenden, die sich, wie er schrieb, auszahlen würden, weil auf den entsprechenden Architekturen die neue Software zuerst laufen würde. Programmierer konnten helfen, indem sie Teile des Systems schrieben, aber auch an Geldspenden hatte Stallman schon gedacht. Mit diesen wollte er Programmierer bezahlen, denen er wichtige Teile des Systems übergeben wollte. „The salary won’t be high, but I’m looking for people for whom knowing they are helping humanity is as important as money“ schrieb Stallman, und stellte wieder die Gemeinschaft und die gegenseitige Hilfe vor das Wohl des Einzelnen.<a href="#_ftn16" name="_ftnref16" title="_ftnref16"><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-family: Times"><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-size: 12pt; font-family: Times">[16]</span></span></span></span></a> </p>  <p class="MsoNormal" style="margin-top: 3pt; text-align: justify">Im Januar des nächsten Jahres gab Stallman seine Stelle am MIT auf<a href="#_ftn17" name="_ftnref17" title="_ftnref17"><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-family: Times"><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-size: 12pt; font-family: Times">[17]</span></span></span></span></a>  und begann mit der Arbeit an GNU. Der Aufbau des Systems ließ ihm die Möglichkeit irgendwo anzufangen und jedes Teil zu einem für ihn passenden Zeitpunkt zu schreiben. Da die Schnittstellen zwischen den Teilen des Systems vorgegeben waren, würden die einzelnen Teile hinterher auch wieder zusammenpassen, unabhängig davon, wann oder auch von wem sie geschrieben worden waren. Im September begann er mit der Arbeit an GNU Emacs, einem Texteditor.<a href="#_ftn18" name="_ftnref18" title="_ftnref18"><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-family: Times"><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-size: 12pt; font-family: Times">[18]</span></span></span></span></a>  Diesen brauchte Stallman zum Schreiben der einzelnen Programme, die er nicht auf einem unfreien Editor schreiben wollte.</p>  <p class="MsoNormal" style="margin-top: 3pt; text-align: justify">Die Vorstellung Stallmans war, das gesamte System erst zu veröffentlichen, wenn alle Teile geschrieben wären. Doch als der Editor Anfang des darauf folgenden Jahres fertig wurde, stellte sich heraus, dass auch bei anderen Programmierern Interesse daran bestand. Stallman stellte Emacs also auf einem anonymen ftp<a href="#_ftn19" name="_ftnref19" title="_ftnref19"><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-family: Times"><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-size: 12pt; font-family: Times">[19]</span></span></span></span></a>  zur Verfügung. Gleichzeitig bot er jedoch auch Magnetbänder an, die er für 150 $ versandte. Von den etwa acht bis zehn Bestellungen im Monat konnte er leben, weil das MIT ihm weiterhin erlaubte die Einrichtungen zu benutzen und er in einem Raum, der ihm dort zur Verfügung stand, auch wohnte.<a href="#_ftn20" name="_ftnref20" title="_ftnref20"><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-family: Times"><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-size: 12pt; font-family: Times">[20]</span></span></span></span></a> </p>  <p class="MsoNormal" style="margin-top: 3pt; text-align: justify">Wie bei der BSD ist auch beim Emacs verwunderlich, dass es überhaupt jemanden gab, der für ein kostenlos erhältliches Programm so viel Geld bezahlte. Stallman erklärt dies damit, dass zu dieser Zeit noch nicht alle potenziellen Benutzer des Programmes Zugang zum Netz hatten.<a href="#_ftn21" name="_ftnref21" title="_ftnref21"><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-family: Times"><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-size: 12pt; font-family: Times">[21]</span></span></span></span></a>  Wie bei den heutigen Distributionen der BSD- und GNU/Linux-Systeme liegt der Grund, dass Geld für Programmpakete, die eigentlich umsonst zu haben sind, gezahlt wird, darin, dass der Bezug eines fertigen Datenträgers einfach bequemer ist, als sich selbst um die Zusammenstellung zu kümmern und große Datenmengen aus dem Netz zu laden. Jedenfalls bewies Stallman gleich zu Anfang des GNU-Projektes, dass mit Freier Software auch Geld zu verdienen ist.</p>  <p class="MsoNormal" style="margin-top: 3pt; text-align: justify">Im Oktober 1985 wurde die Free Software Foundation als gemeinnützige Stiftung gegründet. Ihr obliegt es Spenden zu sammeln, von diesen Programmierer für GNU-Software einzustellen und das Konzept Freier Software in der Öffentlichkeit zu vertreten. Da die Freie Software und das GNU-Projekt Stallmans Ideen sind und die FSF selbst zur Förderung dieser Ideen gegründet wurde, ist er seitdem Präsident der Foundation. Die weiteren Mitglieder werden von Stallman ausgesucht. Auch die in letzter Zeit gegründeten Zweigstellen (z.B. die FSF Europe und die FSF India, die am 20. Juli 2001 eröffnet wurde) werden von Personen geführt, die Stallman für geeignet hält, seine Vorstellungen zu vertreten.<a href="#_ftn22" name="_ftnref22" title="_ftnref22"><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-family: Times"><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-size: 12pt; font-family: Times">[22]</span></span></span></span></a>  </p>  <p class="MsoNormal" style="margin-top: 3pt; text-align: justify">Die FSF übernahm nach ihrer Gründung den Verkauf der Produkte, so dass Stallman sich nach einer neuen Einnahmequelle umsehen musste. Er bot sich an, gegen Bezahlung Änderungen an den von ihm geschriebenen Softwarepaketen vorzunehmen. Die Resultate waren wieder Freie Software und er konnte sich als bezahlter Programmierer mit dem Schreiben von Software beschäftigen, ohne die sonst in diesem Feld zu erwartenden Unannehmlichkeiten (z.B. NDAs) über sich ergehen lassen zu müssen.</p>  <p class="MsoNormal" style="margin-top: 3pt; text-align: justify">Gleichzeitig nahm das GNU-Projekt Gestalt an, jedoch nicht – wie Stallman angekündigt hatte – als Projekt, das erst nach seiner Vollendung freigegeben sollte, sondern Stück für Stück. So konnten einzelne Komponenten des Systems schon genutzt werden und dem Projekt zu Bekanntheit verhelfen. Dem Editor, einem entscheidenden Stück für das Schreiben von Software, folgte der GNU C-Compiler (gcc), der den Sourcecode in ausführbare Dateien umwandelt, eine „Shell“ (eine Arbeits­umgebung, die die Befehle des Benutzers entgegennimmt und viele Aufgaben beim Arbeiten am Rechner übernimmt) und die GNU C-Library (eine Bibliothek ähnlich der, die Hopper vorgeschwebt hatte – wenn auch wesentlich mächtiger<a href="#_ftn23" name="_ftnref23" title="_ftnref23"><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-family: Times"><span class="MsoFootnoteReference"><span style="font-size: 12pt; font-family: Times">[23]</span></span></span></span></a> ).</p>  <p class="MsoNormal" style="margin-top: 3pt; text-align: justify">Bestim