Die Periodo Especial en el Tiempo de Paz - Reaktion auf den Zerfall des sozialistischen Lagers
Anfang der 90er Jahre wurde durch die Regierung Fidels als Reaktion auf den Zerfall des sozialistischen Lagers eine Sonderperiode in Friedenszeiten ausgerufen. Da der Handel mit den ehemaligen sozialistischen Staaten etwa 80% des Bruttosozialprodukts ausmachte, stand das Land praktisch vor dem Ruin. Ziel des Programms war es, die kubanische Bevölkerung trotz der Problemlage mit Gesundheitsgütern, Bildung und Lebensmitteln zu versorgen, sowie für eine strategische Neuausrichtung der Wirtschaft zu sorgen (Tourismus).
Diese Periode ist in meinen Augen ein Euphemismus für die Weiterführung des Kalten Krieges und gleichzeitige Rechtfertigung für sämtliche Entbehrungen, die die Kubaner täglich hinnehmen müssen. Offiziell wurde diese Periode nie beendet, wenngleich die Mehrheit der Kubaner behauptet, die „schwere“ Krise wäre längst vorbei.
An dieser Stelle spielt die antiimperialistische Rhetorik eine wichtige Rolle, denn der Kapitalist ist Schuld daran, dass es den Menschen hier so schlecht geht. Dabei geht man so weit den Schaden durch die amerikanische Blockade auf den Dollar genau zu beziffern (rund 1,8 Milliarden Dollar) und bei jeder passenden und unpassenden Gelegenheit die Blockade als Sündenbock für die Leiden der Kubaner zu betiteln (Plakate davon gibt’s beispielsweise an jedem größeren Busbahnhof). Dass dieses Land von einer institutionellen Ineffizienz geplagt ist, die ihresgleichen sucht, darf hier wahrscheinlich wieder niemand zugeben. Kuba - ein Land in Abwesenheit jeglicher Service- und Geschäftskultur, es sei denn, man bezahlt in Dollar.
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