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Wohnen in Berlin: Ich habe das echte Berlin entdeckt
Submitted by Paola Coppola on 9 March, 2006 - 00:39.
Auf jeden Fall war es ein aktives Leben hier. Ich war so unternehmensfreudig und mit viel Energie als ich nach Berlin kam. Ich habe versucht, alles was möglich ist zu lernen und meine Ziele zu erreichen – an der Uni und im täglichen Leben. Ja, man kann sagen, ich hatte eine „Überenergie“. Sie hat sich gezeigt in der Lust alle Seiten von Berlin kennen zu lernen. Ich wollte nicht nur Ausgehen, sondern die verschiedenen Orte dieser Stadt bewohnen. Meine erste Wohnung in Charlottenburg in der Schillerstraße 49 bei Janina. Das Goethe-Institut hatte sie mir vermittelt. Leider fühlte ich mich ganz unwohl, einsam und schlecht behandelt, denn sie redete nie mit mir. Ich hatte soviel bezahlt, aber die Atmosphäre zu Hause war einfach zu anonym. Diese Stimmung war nichts für mich. Also suchte ich mir eine neue Wohnung. Leider war mein Deutsch noch ziemlich schlecht. Ich konnte kaum ein Wort am Telefon reden und alle die meine Anrufe bekommen hatten, lachten über mich. Das war zumindest mein Gefühl. Na ja, sie verstanden mich einfach nicht. Und so war es fast unmöglich eine neue WG zu finden. Ich war verzweifelt. Aber es gab noch eine andere Studentin von meiner Universität aus Italien, die mir half. Valeria hat mit mir eine Lösung gefunden. Die Lösung war bei einer Familie in der Nähe vom Checkpoint Charlie zu wohnen – im Gebäude links neben dem jüdischen Museum. Eine Frau, ihr Sohn und eine krasse Mietzekatze. So zog ich hier ein. Aber nach einer Weile kam es mir vor als ob überall Unsauberkeit und Schmutz mein Leben verdarb. Aber ich hatte keine Wahl, ich musste diese Wohnung nehmen, um nicht „am Arsch der Welt“ bleiben zu müssen, wie die Berliner sagen. Hier hatte ich zumindest die Ruhe meine Diplomarbeit anzufangen. Ich habe durchgehalten bis zum Februar. Im Januar gab es für mich noch eine andere eine riesige Ablenkung. Mein erste Liebe in Berlin. Frank war ein Tänzer, der mir den Kopf verdrehte. Wir waren jeden Tag zusammen bei ihm im Prenzlauer Berg. Das neue Viertel war für mich eine wunderschöne Entdeckung. Ich konnte zu Hause in Ruhe arbeiten und mit Frank die coolen Ecken im Prenzlauer Berg – die alten Häuser, Gerüche, die Farben, Geräusche und die Menschen in einer der faszinierendsten Ecken Berlins entdecken. Aber nach einem Monat war es plötzlich schon wieder vorbei. Als ob man aus einem Traum aufwacht. Ich konnte es nicht ertragen aus diesem Traum aufzuwachen und auch in dieser Familie wurde es immer unerträglicher. Ich begann die Katze zu hassen und wollte einfach nur noch weg und mein eigenes Leben leben – nicht wie ein Kind in einer Familie. Ich war so verrückt und verzweifelt und eifrig darauf die Situation zu verändern, dass ich nur noch weg wollte und am liebsten sofort bei Valeria in ihrem 12 qm großes Zimmer in Kreuzberg einziehen wollte. Zum Glück hat sie mich gestoppt und mir einen neuen Tipp gegeben – „mir einfach eine WG mit anderen jungen Leuten zu suchen.“ Jetzt konnte ich es. Mein deutsch war viel besser und ich konnte mich ganz allein und unabhängig auf den Weg machen eine WG zu suchen. Nachdem ich bestimmt 20 WG’s besucht hatte, hat es geklappt. In einer Woche habe ich wahrscheinlich einen Rekord gebrochen und eine neue WG gefunden – Meine erste ECHTE WG! Mit zwei Mitbewohnern. Wir waren zu dritt und das war das erste Mal, dass ich mich total selbständig fühlte. Ruzmir und Eva waren wie Geschwister für mich und natürlich war ich die Kleinste. Am Ende der Schönhauser Allee wohnte im Gebäude mit der Nummer 97. In einem von außen hässlichen Gebäude, aber innen in einer renovierten und warmen Wohnung mit riesigen Räumen, wo ich das echte Berlin entdeckt habe.
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